Mit einem Vorwort von Margot Honecker. Mit Fotos und Faksimile. Erich Honecker war 169 Tage in Berlin-Moabit inhaftiert, ehe er Anfang 1993 nach Chile ausreiste. Im Gepäck hatte er ein Tagebuch, etwa 400 handschriftlich gefüllte Seiten. "Für Margot" stand auf dem Deckblatt. Darin berichtet er über den Gefängnisalltag, sein Befinden, Gespräche und Eindrücke. Es sind vermutlich die einzigen persönlichen Notizen, die Erich Honecker je zu Papier brachte. Sie erscheinen im Jahr, in welchem er 100 geworden wäre.
Als ganz der Alte präsentiert sich Erich Honecker der Rezensentin Barbara Bollwahn in seinen Aufzeichnungen aus der Untersuchungshaft in Berlin-Moabit zwischen Sommer 1992 bis Januar 1993, nämlich "gewohnt nüchtern", fast emotionslos und nach wie vor ideologisch unbeirrt. Zwischen dem Festhalten medizinischer Symptome und Reaktionen auf Zeitungsartikel entdeckt die Rezensentin auch einen, wenn auch allgemein gehaltenen Kommentar zur an die Gefangenen kostenlos verteilten taz, den sie uns nicht vorenthält. Überraschendes enthüllen die Aufzeichnungen ebenso wenig, wie sie einen Geläuterten zeigen, betont Bollwahn.
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