Gerd König war Botschafter in Moskau von 1987 bis 1990. Er war an den meisten Gesprächen und Begegnungen zwischen den Spitzenpolitikern Moskaus und Berlins beteiligt und erlebte das spannungsreiche Verhältnis von innen. Seine ehemaligen Kollegen Karl-Heinz Fehlberg und Manfred Schünemann, die das nachgelassene 800-Seiten-Manuskript des 2009 verstorbenen Autors redigierten, meinen, dass Königs Erinnerungen "zur Aufklärung von bis heute mitunter umstrittenen Fragen, z.B. der sowjetischen Haltung zum Restitutionsverbot", beitragen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.12.2011
Gerd König war der letzte Botschafter der DDR, in seinem Buch "Fiasko eines Bruderbundes" untersucht er lang und breit, wer am Ende der DDR die Schuld trägt und wie Gorbatschows Reformen zum Zusammenbruch des kommunistischen Systems führten. Rezensent Horst Bacia zeigt sich tatsächlich enttäuscht, dass er hier keinen spannenden Bericht über die letzten Tage der Sowjetunion gelesen hat, sondern die rückwärtsgewandte Klage eines Apparatschiks, der die Inkompetenz eines Gorbatschows geißelt. Besonders übel nimmt König ihm offenbar, dass er die DDR-Führung für total unwichtig gehalten und sie deshalb auch sehr schnell fallen gelassen hat.
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