Eric Ehrhardt entwirft mit "Im Klauhof" eine schauerliche Welt, in der das Einkaufszentrum überall ist und die Eigenlogik des "Wer- bekriegs" herrscht, die Menschen zu Waren macht. Im Schatten der großen Preisoffensive des Shoppingcenters rüstet sich die "Vermehrungsmeute" für die Erstürmung der Warenpyramide. Konzepte des Merkantilen vermischen sich mit dem Kriegsgenre, Wortüberlagerungen wie "Strammkunden" oder "Artikellie" versetzen das Geschehen in eine Dimension sprachlicher Absurdität, die der Gegenwart nahetritt. Ein furioses Spiel von Handel und Händel mit Wörtern und Wendungen orchestriert einen Zustand des kompletten Kaufrauschs. Mittels der Puns von Werberhetorik erzeugte Mutanten wie "Pickelegge" oder "Schluckbürste" irrlichtern Hunderte neue Trade- marks an Orten wie Epicerey, Conserville oder Saint-Carrefour.
Klaut dieses Buch! Auf diese Aufforderung läuft die Besprechung hinaus, die Rezensent Michael Wolf einem Band angedeihen lässt, der seinerseits Parallelen zwischen Diebstahl und Literatur auf der Spur ist. Im Zentrum steht ein Ladendieb, der ein Konsumparadies durchstreift - und so wie der Dieb alles Mögliche in seinem Schlucki genannten Rucksack verschwinden lässt, tut sich Autor Eric Ehrhardt an der Sprache gütlich, entwendet Worten einzelne Buchstaben, setzt andere neu zusammen. An Elfriede Jelinek und Ernst Jandl muss Wolf angesichts von Wortneuschöpfungen wie "Infamterietaktik" oder "Warenbegebenheiten" denken, all das formt sich zu einem lustigen Text, der "zwischen Lyrik und Prosa herumlungert". Aufklärerisch ist das alles, meint Wolf, nur um gleich anzufügen, dass keineswegs klar ist, worüber hier aufgeklärt werden soll. Überhaupt ist das Buch, das Wolf alles in allem ziemlich super findet, vielleicht gar nicht fürs Durchlesen gemacht, sondern eher zum Durchblättern und "Bestaunen all der Wortmonster und Satzungetüme".
Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Caroline Blackwood: Das Schicksal von Mary Rose Aus dem Englischen von Claudia Voit. Caroline Blackwood, Erbin des Guinness Vermögens und schillernde Figur der Londoner Bohème, hat aus ihrer Herkunft und ihrem Leben keine… Anne Carson: Rot Aus dem amerikanischen Englisch von Anja Utler. Der rote Junge Geryon ist unsterblich in Herkules verliebt, der dem Jüngling nicht zu widerstehen vermag. Auf dem Höhepunkt… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…