Originalbeiträge der Werbung von Adorno, Barthes, Benetton und vielen anderen. Logos, Claims, Jingles - wir summen Produktmelodien, reden in Werbesprüchen und ziehen Smilies Worten vor. Wir leben inmitten von Consumerprodukten, virtueller Identitäten, überformt von AG-Ichs und als Ich-AGs. Unser Nachwuchs wird patentierbar und will Spin Doctor, Story Manager oder Trademarker werden. Was geschieht, wenn wir täglich mit 3.000 Marketingbotschaften beschossen werden? "Marken - Labels - Brands" erzählt die Geschichte dieser Kerndiskurse der Corporate Identity vom römischen SPQR bis zu No Name-Trends und Ad-Bustern.
In diesem Sammelband finden sich Grundlagentexte zum Thema Marken - von Marx bis Theweleit -, aber auch aktuellere Artikel von Fachleuten. Also vor allem PR-Experten und Werbern, die hier über Theorien des Brandings und der Markenwirkung nachdenken. Nicht selten landen sie dabei, wie etwa der Markenberater Alexander Schubert, beim Religiösen oder Quasi-Religiösen. Kein Wunder, denn wenn es in Wahrheit kaum um Qualitätsunterschiede geht, funktioniert die Marke laut Herausgeber Martin Baltes wie Gott: "Sie besteht nur aus unserem Glauben an sie." Es geht folglich vor allem um die Bildung einer "Community" als Glaubensgemeinschaft, der man längst nicht einmal mehr das Produkt zeigen muss. Der Herausgeber verbindet mit diesem Sachverhalt allerdings eine eher revolutionäre Hoffnung: Wenn der Glaube an die Marke erst zerstört ist, ist ihre Macht gebrochen. Der Rezensent Gottfried Oy beschränkt sich im wesentlichen aufs Referat ohne Widerspruch.
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