Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.03.2005
Richtig ernst nehmen kann Norbert Tofall die Ausführungen des Theologen Eilert Herms zu Fragen der Ethik in der Ökonomie nicht. Zwar äußert sich Herms für einen Theologen erstaunlich "informiert", "klug" und "differenziert" zu Wirtschaftsfragen und sollte von jedem Ökonomen zur Kenntnis genommen werden. Mehr aber auch nicht. Denn Herms Versuch, die Ökonomik "fundamentalanthropologisch" über die natürlichen Bedürfnisse des Menschen zu fundieren, muss misslingen. Längst hat sich die Ökonomik als "sozialwissenschaftliche Disziplin" etabliert, die auf den "Rückgriff auf Instanzen verzichtet, die dem Wollen und den Präferenzen der Individuen extern bleiben, wie wie beispielsweise Gott, der Kosmos, die Natur, die Gesetze der Geschichte." Nach Herms "mittelalterlicher Ethik" müsste man die Wirtschaft in erneute Abhängigkeit theologischen Überlegungen stellen. Für Tofall ein Rückfall in vormoderne Zeiten. Herms wolle die "Ökonomie zur Magd der Theologie" machen.
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