Peter Koslowski (Hg.), Alois Prinz (Hg.)

Bittere Arznei

Wirtschaftsethik und Ökonomik der pharmazeutischen Industrie
Cover: Bittere Arznei
Wilhelm Fink Verlag, München 2008
ISBN 9783770545308
Kartoniert, 244 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Eine bittere Arznei: Arzneimittel sind teuer. Arzneimittel werden nicht für die Krankheiten der armen Länder produziert. Arzneimittel werden nicht so innovativ produziert, wie es möglich und nötig wäre. Die Kritik an der pharmazeutischen Industrie ist groß und verbreitet.Andererseits sind Innovationen wie neue Wirkstoffe selten und schwer zu finden. Arme Länder verfügen nicht über die Kaufkraft, die für die Entwicklung notwendig ist. Wirksame neue Arzneimittel sind teuer in ihrer Erforschung und Entwicklung. Die Wirtschaftsethik, Ethik und Ökonomik der pharmazeutischen Industrie sind eine Herausforderung sowohl an die Produzenten der Arzneimittel wie auch an deren Benutzer, die Patienten und die Gesundheitssysteme. Die ethischen und ökonomischen Fragen der Produktion und des Konsums von Arzneimitteln werden in diesem Buch in der Zusammenarbeit von Wirtschaftsethikern und Ökonomen umfassend dargestellt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.10.2008

Verwirrt lässt die Lektüre unsere Rezensentin zurück. Die Pharma-Industrie erscheint Manuela Lenzen einfach zu vielfältig und unüberschaubar, als dass dieser Versuch einer Versachlichung emotionalisierter Debatten zum Thema ihr klare Sicht verschaffen könnte. Lenzen fasst für uns einige Beiträge dieses "vielseitigen", auf eine Tagung zur Wirtschaftsethik der Deutschen Gesellschaft für Philosophie zurückgehenden Bandes zusammen: Über die Struktur der Pharma-Industrie, über Ökonomie, Marketing und Verwaltung und weitere Kritikpunkte, wie das Problem der Entwicklung von Medikamenten für seltene Krankheiten oder zahlungsschwache Länder. Dass die meisten Autoren des Bandes die Pharmabranche nicht in einer unbedingten moralischen Pflicht sehen, Medikamente unter Preis abzugeben, erscheint Lenzen zu wenig differenziert. Die akute Überteuerung von Medikamenten findet sie nicht genügend berücksichtigt.