Klappentext

Aus dem Englischen von Kathrin Razum und Nikolaus Stingl. In einer kalten, dunklen Nacht taucht in Cloonoila an der irischen Westküste ein Fremder auf und bringt Unruhe ins eingeschlafene Dorfleben. "Ein bisschen Romantik" erhoffen sich die einen, "Skandal" wittern die anderen. Denn Dr. Vladimir Dragan, kurz Vuk: "Wolf", aus Montenegro will sich als Heiler und Sexualtherapeut bei ihnen niederlassen. Priesterliche Bedenken gegen seine Behandlungen zerstreut der Doktor im Nu, einen misstrauischen Polizisten wickelt er um den Finger. Der ganze Ort erliegt nach und nach dem Charisma des mysteriösen Fremden, der martialische Gedichte schreibt, lateinische Verse rezitiert und vor allem bei den Frauen scheinbar Wunder bewirkt. Die schöne, mit einem viel älteren Mann verheiratete Fidelma hat ihn sogar als Vater des Kindes auserwählt, nach dem sie sich so verzweifelt sehnt. Doch Vuk ist wirklich ein Wolf unter Schafen, ein gesuchter Kriegsverbrecher, und Fidelma wird für ihren Pakt mit ihm bitter bezahlen. Ihr Leben nimmt eine dramatische Wendung.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.10.2017

Eva Schäfers staunt über die atmosphärische Dichte von Edna O'Briens Roman, der sie mit der Gewalttätigkeit unserer Zeit konfrontiert. Der Roman erzählt von einem serbischen Kriegsverbrecher, der sich in der irischen Provinz als Sexualtherapeut untertaucht. Das halbe Dorf liegt dem Charismatiker zu Füßen. Wie die Autorin hier eine private Passionsgeschichte des Begehrens um eine politisch-gesellschaftliche Dimension erweitert, findet Schäfers bemerkenswert. Sowohl die Innenperspektiven der Figuren als auch das Panorama eines irischen Dorfes, wo die Geschichte spielt, und die "serbokroatische Leidensgeschichte" vermag die Autorin laut Rezensentin überzeugend zu entwickeln.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.09.2017

Rezensent Tobias Döring kann nur staunen, wie kraftvoll und unnachgiebig Edna O'Brien weiterhin von der Verführbarkeit des Menschen erzählt. Der laut Döring von Kathrin Razum und Nikolaus Stingl "wirkungsvoll" übersetzte Roman über einen als Wunderdoktor in der irischen Provinz getarnten serbischen Kriegsverbrecher verhehlt seine Bezüge zu Radovan Karadzic nicht, erklärt Döring. Die bildstarke Sprache des Textes, die wechselnden Erzählperspektiven und ein mitreißender Erzählstrom haben den Rezensenten fasziniert.
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