Claire Keegan

Liebe im hohen Gras

Gesammelte Erzählungen
Cover: Liebe im hohen Gras
Steidl Verlag, Göttingen 2017
ISBN 9783958293731
Gebunden, 416 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Hans-Christian Oeser und Inge Leipold. Sie leben auf einer Farm in Irland, in den Sumpfgebieten von Louisiana oder in einem englischen Vorort und mit Verlust kennen sie sich aus: der Priester, der seine Geliebte mit einem anderen verheiraten muss; der Bruder, der seine Schwester nicht beschützen kann; der Förster, der einen Hund verschenkt, der ihm nicht gehört; das Mädchen, das sich von ihrem Jugendfreund schwängern lässt. Liebe und Nähe sind rar: Die Männer verstehen zwar etwas vom Land, von Moor und Vieh; ihre Frauen aber, die "Regen riechen können und das Gras wachsen hören", bleiben ihnen eher fremd.
Mit dieser Sonderausgabe, die die Erzählungen der Bände "Wo das Wasser am tiefsten ist" und "Durch die blauen Felder vereint", lässt sich die großartige irische Autorin neu oder wieder entdecken und natürlich auch weiterempfehlen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.04.2018

Rezensentin Eva Schäfers zeigt sich angetan und doch nicht restlos überzeugt von Claire Keegans Erzählband "Liebe im hohen Gras". Eine "wortmächtige Autorin" nennt sie die irische Schriftstellerin, die es versteht, uns das Irland vergangener Jahrzehnte nahezubringen. Und zwar nicht das hügelige, sattgrüne Irland, wo die Menschen wettergegerbt und froh sind, sondern das dunkle, regengraue, das Irland, wo die Menschen schlimme Geheimnisse und Gedanken haben, wo sie sich nach Nähe sehnen und doch meistens allein in sich zurück bleiben und einander eher weh als gut tun, lesen wir. Doch es gibt auch Momente der Hoffnung, die ihrer Seltenheit wegen umso heller leuchten, beteuert Schäfers. Besonders gelungen findet die Rezensentin jene Erzählungen, in denen Keegan es reduziert und knapp hält. Weniger sprechen ihr die ausschweifenden Geschichten zu, von denen insbesondere die Titelgeschichte ein wenig "konstruiert" wirkt. Auch mit den vielen Leerstellen in den Texten ist ihr nicht ganz wohl. Sicher, sie sollen die Fantasie anregen, aber man fühlt sich eher hereingelegt als angeregt, erklärt die abwägende Rezensentin.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.02.2018

Rezensentin Renate Wiggershaus liebt die in den ländlichen Gegenden Irlands spielenden Erzählungen Claire Keegans. Wie die Autorin ihre Figuren, Bauern, Fischer, Gescheiterte und Verzweifelte mit ihrem Schicksal hadern lässt, mit Liebe und Verlust, Macht und Ausgeliefertsein, in einer nüchternen, präzisen und bildstarken Sprache, findet sie beeindruckend. Atmosphärisch dicht erscheinen ihr die aus Sicht der jeweiligen Figur erzählten Miniaturen. Vor allem die Ich-Erzählungen aus Kinderperspektive bieten ihr beim Lesen Raum für Vorahnungen.
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