Colin Barrett

Junge Wölfe

Erzählungen
Cover: Junge Wölfe
Steidl Verlag, Göttingen 2016
ISBN 9783958291348
Gebunden, 224 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Hans-Christian Oeser. Die Stadt ist ihr Revier, hier streifen sie umher, die jungen Leute dieser von der Wirtschaftskrise gebeutelten Gegend im äußersten Westen Irlands. Stets auf dem Sprung, stets bereit zu einer Schlägerei, dem rettenden Rausch oder der schnellen Nummer, ohne echtes Ziel, aber immer auf der Suche. Sie sind Türsteher, Kleinkriminelle oder Tankwarte, sie sind so rücksichtslos wie weichherzig, doch wenn es um Gefühle geht, lassen sie lieber Taten sprechen. Jungs wie Jimmy, der seine Liebeserklärung auf das umgeworfene Auto seines Rivalen malt, wie Tug, der Schrecken der Stadt, dem das Schicksal eines vermissten kleinen Jungen nicht aus dem Kopf geht. Oder wie die Gangster Arm und Dympna, deren Schicksal besiegelt ist, als sie einen Job so richtig vermasseln.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 29.06.2016

Schuster bleib bloß bei deinen Leisten, warnt Rezensent Friedhelm Rathjen den jungen irischen Autor Colin Barrett, der nun mit "Junge Wölfe" sein Short-Story Debüt auch in Deutschland veröffentlicht hat. In Barretts Fall sind diese Leisten "meisterhafte" Short-Storys über die Lethargie des Lebens im abgeschiedenen Westen Irlands, die vor allem von einer außergewöhnlichen, präzisen Sprache, gleichzeitig anschmiegsam und rau, getragen werden. Weniger souverän kann Barrett mit komplexen Handlungsstrukturen umgehen, wie Rathjen bei einer der längeren Storys bemerkt. Er rät dem Autor, es bei Kurzgeschichten zu belassen, denn wirklich gut sei er immer da, wo die Erzählungen "skizzenhaft offen" bleiben. Das sind dann alles andere als nur Fingerübungen, meint der Rezensent und hofft auf eine Renaissance der irischen Short Story.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.05.2016

Sehr schönes Debüt, findet Rezensentin Eva Schäfers. Die sieben Geschichten in diesem Band kreisen um Kleinganoven, Leibwächter und Türsteher - wortkarge junge Männer ohne Zukunft. Man spricht wenig und wenn, dann im Slang, das Wichtigste bleibt oft ungesagt, Frauengeschichten sind fast immer trist, erzählt Schäfers, die die Geschichte sprachlich und psychologisch "stimmig" findet.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.05.2016

Rezensent Oliver Jungen wird wieder jung und dumm mit den locker miteinander verquickten Geschichten von Colin Barrett. Das ist nett gemeint, denn Jungen mag es, wie der Autor seine kraftmeiernden Außenseiter in Szene setzt, mal in Tarantino-Manier, mal weich und melancholisch. Dass Barretts Figuren mit 20 eigentlich schon abgeschlossen haben, aufgegeben, hingegeben an Alkohol und Gewalt, vergisst Jungen dabei mitunter fast. Reif an Barretts Schreibe scheinen ihm die Empathie und der Umstand, dass der Kitsch und die Depression nie die Oberhand gewinnt, sondern die Lakonie und die erzählerischen Volten ins Verletzliche der Figuren den Leser immer wieder überraschen.
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