Molly McCloskey

Wie wir leben

Roman
Cover: Wie wir leben
Steidl Verlag, Göttingen 2006
ISBN 9783865213297
Gebunden, 334 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Hans-Christian Oeser. Ob aus Detroit oder Düsseldorf, wer Urlaub in Irland macht, hat einen Anspruch auf grüne Wiesen, geselligen Witz und würdevoll ertragene Armut - davon ist der Tourismus-Manager Damien überzeugt. Er erfindet ein Dorf, in dem das Leben der fünfziger Jahre als anmutige Burleske inszeniert wird. Schon bald werden das Projekt und sein Erfinder von den Medien heftig attackiert, und Damien verlangt es mehr denn je nach familiärer Nestwärme. Doch Tochter und Ehefrau haben ganz andere Sorgen...

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.02.2007

"Exzellent gearbeitet" und auch sonst rundum gelungen findet Rezensentin Bernadette Conrad den ersten Roman der in Irland lebenden Amerikanerin Molly McCloskey. Es geht darin, wie die Rezensentin schreibt, um eine Kleinfamilie, deren "Lebenskampf" von allerlei Trends der globalisierten Welt "durchschossen" ist. Da sind, lesen wir, Gillian, die eine Farm für Stressabbau und Entschleunigung betreibt, und ihr Mann Damien, der sein Geld mit einem zeitgeistigen ländlichen Tourismusprojekt verdient und in einem irischen Dorf eine künstliche Idylle inszeniert. Die Mischung aus Witz und nachdenklicher Tiefe, mit der die Autorin ihre Protagonisten knapp aber scharf umreißt, können die Rezensentin ebenso bewegen wie begeistern. In manchem erinnert der Roman die Rezensentin sogar an Jonathan Franzens "Corrections", nur dass McCloskey statt ausgreifender erzählerischer Diskurse verdichte und ihr Thema besser in die Erzählung integriere. Am Ende überzeugt sie die Rezensentin am stärksten durch das provozierte Erschrecken darüber, wie gezeichnet das Leben doch von Leere und Mutlosigkeit ist.
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