Vorlesung zur Theologischen Anthropologie. Neu bearbeitet und eingeleitet von Beate Beckmann-Zöller. Edith Stein untersucht hier das Menschenbild des katholischen Glaubens unter den Aspekten der Geschöpflichkeit, der Einheit von Leib und Seele, des sozialen Seins des Menschen und seiner Individualität. Ihren philosophischen Fragestellungen wie nach der Sterblichkeit und vor allem nach der Freiheit des Menschen - einem Grundthema Edith Steins - geht sie nach, indem sie die dogmatischen Erklärungen der Kirche darlegt und in eigenen Gedankengängen weiterführt. Einen besonderen Abschnitt - leider unvollendet - widmet Edith Stein dem Verhältnis von Glaube und Vernunft und der Auseinandersetzung mit den Modernisten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.11.2005
Mitten im Satz würden die Vorlesungen zur theologischen Anthropologie abbrechen, berichtet Rezensent Jan-Heiner Tück, da Edith Stein 1933 ihr Lehramt in Münster aufgeben und im Karmeliterorden Zuflucht suchen musste. Als katholische Oppositionelle und gebürtige Jüdin sei sie dennoch verhaftet und in Auschwitz umgebracht worden. Edith Stein, so der Rezensent, habe noch im April 1933 einen Brief an Papst Pius XI. geschrieben und seine Stellungnahme zum Antisemitismus angemahnt. Das vorliegende Fragment von Steins Vorlesungen fasse zum einen die lehramtlichen Aussagen zum Menschen zusammen und kommentiere sie anschließend. In einzelnen Punkten habe Stein durchaus eigene Akzente eingebracht, so bei der Relation von augustinischer Gnade und "freier Zustimmung". Aus heutiger Sicht, meint der Rezensent, wirke die "unhistorische Geschlossenheit" der Vorlesung befremdlich. Eine kritische Auseinandersetzung mit den Humanwissenschaften erfolge ebenso wenig wie ein "Dialog mit den Entwürfen der philosophischen Anthropologie". Jenseits solcher Sachfragen dürfe man jedoch nicht vergessen, gibt der Rezensent zu Bedenken, dass Edith Stein die leitende Grundidee der Vorlesung, des von Gottes herkommenden Menschen, "mit ihrem Leben bezeugt" habe.
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