Mit 2 Tabellen und 3 Grafiken im Text. Dissertation. Die Verfasserin rekonstruiert die katholischen Debatte über die zeitgenössisch als modern geltende Wissenschaft der Eugenik vom Ende des Kaiserreichs bis zur "Euthanasie" im Dritten Reich. Sie weist nach, daß das Spektrum der Positionen zur "positiven" und "negativen" Eugenik größer war als bisher im Blick auf tradionelle naturrechtliche Grenzen und die päpstliche Eheenzyklika "Casti connubii" (1930) angenommen wurde. Die Studie ordnet die katholische Positionen in den die politischen Lager der Weimarer Republik übergreifenden Diskurs ein und arbeitet eine prinzipielle Unterscheidung zwischen Weimarer Eugenik und NS-Rassenhygiene heraus.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 24.06.2002
Dass die Eugenik in Deutschland eindeutig in die nationalsozialistische Rassenpolitik, "zu Zwangssterilisationen und Euthanasie" führte, ist für die Autorin Ingrid Richter eine "voreilige inhaltliche Verknüpfung", die die Sicht auf die "pluralistische Entwicklung der deutschen Eugenik" verstellt, schreibt Rezensent Tillmann Bendikowski. So zeige Richter zum Beispiel, dass auch die katholische Kirche durchaus an der öffentlichen Eugenik-Diskussion mitgewirkt und sich sogar von den eugenischen Perspektiven sehr angetan gezeigt habe. Tatsächlich habe es nach dem Ersten Weltkrieg in Bevölkerungsfragen neben einem quantitativen auch einen qualitativen Regenerationswunsch gegeben. Sogar die päpstliche Enzyklika aus dem Jahr 1931 habe zwar radikale eugenische Maßnahmen wie die Zwangssterilisation verboten, habe sich jedoch sich hinsichtlich "weicher" Maßnahmen bedeckt gehalten und daher eher die Diskussion angefacht als beendet. Einheitlichkeit im katholischen Diskurs sei erst 1933 aufgekommen. Laut Rezensent arbeitet Richter jedoch heraus, dass die katholische Kirche lediglich die Wege der NS-Eugenik ablehnte, nicht aber das Ziel. Also kein gutes Zeugnis, das die Autorin der katholischen Eugenik ausstellt, so der Rezensent. Auch wenn das Buch, das auf Richters Promotionsarbeit basiert, "erzählerisch unspektakulär" sei und noch ein bisschen straffer hätte sein können, lobt der Rezensent doch den großen Verdienst der Autorin, die jenseits der überlieferten Eindeutigkeit den ursprünglichen Facettenreichtum der Diskussion hat aufleben lassen. Warum damit allerdings die "enge interpretatorische Verknüpfung von Eugenik und NS-Euthanasie" in Frage gestellt wird, will dem Rezensenten nicht recht einleuchten.
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