Eberhard Sandschneider

Globale Rivalen

Chinas unheimlicher Aufstieg und die Ohnmacht des Westens
Cover: Globale Rivalen
Carl Hanser Verlag, München 2007
ISBN 9783446409347
Gebunden, 248 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Der Aufstieg Chinas ist der entscheidende machtpolitische Konflikt auf der internationalen Bühne des frühen 21. Jahrhunderts. Dieser Konflikt wird nicht zwangsläufig militärisch, sondern auf den neuen Feldern globaler Positionierung ausgetragen: Imagewettbewerb, wirtschaftliche Konkurrenz, Rivalität um Ressourcen und technologischer Wettlauf bestimmen die Machtpolitik der Gegenwart. Noch ist die globale Rivalität zwischen China und dem Westen nicht durch Konfrontation bestimmt. China beschränkt sich darauf, seine Entwicklung mit Hilfe von westlichen Investitionen, Technologie und Know-how voranzutreiben. Das wird sich ändern, wenn China seinen derzeitigen Pragmatismus in der Außenpolitik aufgibt und eine konsequente globale Interessenpolitik betreibt. Für eine solche Politik stellt sich China derzeit strategisch auf.
Darauf ist der Westen nicht vorbereitet. Im Gegenteil: Die Ohnmacht des Westens spielt China in die Hände. Das Hauptrisiko liegt in der Politik der USA. Dort werden im Umgang mit China gravierende Fehler gemacht. Europa träumt von Multilateralismus und vermag nicht einmal seine eigene Chinapolitik effizient zu koordinieren. Doch das entscheidende Risiko blenden beide weitgehend aus: Chinas prekäre innenpolitische Lage. Eine Analyse der großen machtpolitischen Herausforderung des 21. Jahrhunderts: Wie kann der Westen den friedlichen Aufstieg Chinas erfolgreich begleiten?

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.08.2007

Mit Interesse hat Helmut Heinzlmeir das neue Buch von Eberhard Sandschneider "Globale Rivalen" gelesen. Darin setzt sich der Autor mit dem wachsenden Einfluss Chinas in einer globalisierten Welt auseinander. Diesen sieht er dabei nicht zuletzt als Produkt der windungsreichen historischen Veränderungen, die das Land auf seinem Weg zum "beinharten Konkurrenten auf den Weltmärkten" erfahren musste. Auch werden die Konflikte, die sich aus diesem neuen Anspruch Chinas sowohl in wirtschaftlich-strategischer als auch in sozio-struktureller Hinsicht ergeben, aufgezeigt. So zeichnen sich neben einigen Gewinnern auch zahlreiche Verlierer dieser Entwicklungen ab. Exklusion, Armut und Umweltzerstörung sind einige dieser "Destabilisierungsfaktoren", die eine rein am wirtschaftlichen Wachstum ausgerichtete Politik nach sich zieht. Auch dass er die künftige Position Chinas realistisch einschätzt, hält Heinzlmeir dem Autor zugute: Wie viele andere Länder durchlaufe China gerade "einen Nachholprozess in Modernisierung, wie ihn viele andere Länder schon hinter sich haben".
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 21.07.2007

Sven Hansen begrüßt diese Analyse von Chinas Aufstieg zur globalen Supermacht von Eberhard Sandschneider. Er schätzt das Buch wegen seiner besonnenen, sachlichen und gut zu lesenden Darstellung. Wohltuend empfindet er auch, dass Sandschneider nicht in den Chor der Aufgeregten einstimmt, die ein chinesisches Jahrhundert ausrufen oder einen militärischen Konflikt mit China an die Wand malen. Die maßvoll kritische Auseinandersetzung mit der Entwicklung in China hat Hansen in vielen Punkten überzeugt. Allerdings scheint ihm die Analyse, wenn es um die globalen Interessen der USA und Europas geht, manchmal etwas undifferenziert. Auch die Behandlung des heiklen Themas Menschenrechte in China hat ihn nicht befriedigt. Von einem Chinaexperten wie Sandschneider hätte er zum Beispiel gern erfahren, ob etwa der deutsch-chinesische Rechtsstaatsdialog hier etwas bringt. Trotzdem findet er das Buch "empfehlenswert".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.03.2007

Auch wenn Peter Sturm einiges anzumerken hat zu Eberhard Sandschneiders Betrachtung der Rolle Chinas, an Verständlichkeit und Klarheit herrscht seiner Meinung nach kein Mangel. Und auf zweihundert Seiten das "Problem China" aus allen erdenklichen Perspektiven untersucht zu haben, bringt Sandschneider ebenfalls den Respekt des Rezensenten ein. "Sehr viel Bedenkenswertes" erfährt Sturm im Kapitel zu dem Bild, das sich der Westen von China macht. Allerdings muss er die Medien verteidigen, die von Sandschneider pauschal als "unkritisch" charakterisiert werden. Für "bemerkenswert unkritisch" hält Sturm wiederum Sandschneiders Bild von Mao. Außerdem würde er sehr wohl China für seine Menschenrechtsverletzungen kritisieren, selbst wenn Europa in der Vergangenheit in dieser Hinsicht selbst nicht gerade ein Vorbild gewesen sein mag. Die Vermutung, dass China einen "Masterplan" zur weltweiten Dominanz hat, glaubt er im Gegensatz zum Autor ebenfalls nicht. Zu diffus wird es Sturm dann im letzten Kapitel mit den Ratschlägen zum politischen Umgang mit China.