Dieter Thomä (Hg.)

Heidegger-Handbuch

Leben - Werk - Wirkung
Cover: Heidegger-Handbuch
J. B. Metzler Verlag, Stuttgart 2003
ISBN 9783476018045
Gebunden, 574 Seiten, 49,95 EUR

Klappentext

Er ist umstritten wie kein Zweiter. Und dabei gilt Martin Heidegger neben Wittgenstein als der bedeutendste Philosoph des 20.Jahrhunderts. In detaillierten Beiträgen werden hier alle Werke und alle wichtigen Themen Heideggers vorgestellt. Die Autoren zeigen auf, wie Heideggers Philosophie in besonderer Weise Alltäglichkeiten und aktuellen Ereignissen seiner Zeit zugeneigt war. Zugleich hat er jedoch die zentralen Probleme der philosophischen Tradition aufgegriffen, weitergetrieben und umgewälzt. Ebenso eindrucksvoll wie die Spannweite von Heideggers Werk ist das Ausmaß seiner Wirkung.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.09.2003

Jürgen Busche würde sich wünschen, die Heidegger-Kritiker wären etwas zurückhaltender mit ihren Veröffentlichungen. Aber so ist das nun mal: Heidegger ist weltweit omnipräsent, deshalb schreiben alle, Anhänger wie Gegner, noch mehr Heidegger-Bücher. Dieses Handbuch bringe beide Parteien an den Start, sei aber nicht, wofür es sich ausgibt: "Es erspart dem Leser keine Original-Lektüre, es taugt nicht zum Nachschlagen von Begriffen, es wahrt keinen distanzierten Ton." Stattdessen: Unausgegorene Kritik im Kern, und ringsum, quasi als Tarnung und Geleitschutz, "kluge und nützliche Aufsätze". Teilweise brillant, teilweise ärgerlich, immer "hoch ambitioniert" und manchmal von vorschnellem Urteil gekennzeichnet. Eine "Kritik der Heidegger-Kritik" wäre mal fällig, meint Busche.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.07.2003

Einen frischeren Umgang mit Heidegger als sonst üblich attestiert Ludger Lütkehaus dem von Dieter Thomä herausgegebenen Handbuch. In Beiträgen von fast fünfzig Heidegger-Experten aus verschiedenen Ländern und Generationen werde vor allem Werk und Wirkung des umstrittenen Philosophen dargestellt. Eine detaillierte Chronik gibt Auskunft über biografische Daten Heideggers, lobt Lütkehaus. Auch über seine Beziehung zur Theologie und zur katholischen Religionsphilosophie enthält das Handbuch Informationen, wie der Rezensent schreibt. Allerdings bemängelt er, dass der Religionsphilosoph Bernhard Welte, mit dem Heidegger einen ausführlichen Briefwechsel pflegte, im Register nicht auftaucht.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.06.2003

Gustav Falke findet, dass es "keine gute Idee" von Dieter Thomä war, ein Heidegger-Handbuch zu veröffentlichen. Denn eigentlich nütze das Handbuch nur "Studenten, die ungern ganze Originaltexte lesen". Der Herausgeber selbst erwähnt bereits zu Beginn, so Falke, dass die Heideggersche Philosophie nicht "einfach so dargestellt" werden könne, weil sie die herkömmlichen Denkmuster selbst hinterfrage. Aber das ist für Falke kein Argument. Auch die Philosophie müsse "referierbare Argumente" liefern. Dass Thomä Heidegger für "besonders umstritten" hält, ist für den Rezensenten ebenfalls kein Grund für ein Handbuch. Wenn damit jedoch gemeint sei, dass noch keine Heidegger-Forschung existiere, dann kann es auch kein Handbuch, "höchstens Aufsatzsammlungen" geben, mäkelt Falke. Erwartungsgemäß ist für ihn trotz des teilweise hohen Niveaus der Artikel auch nur ein "lauer Kompromiss" entstanden: "verkürzte Inhaltsangaben, versteckte Thesen".
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