Gerd Irrlitz

Kant-Handbuch

Leben, Werk, Wirkung
Cover: Kant-Handbuch
J. B. Metzler Verlag, Stuttgart 2002
ISBN 9783476012340
Gebunden, 524 Seiten, 49,90 EUR

Klappentext

Das Handbuch erschließt durch Referat und knappe Interpretation alle Werke und Aufsätze Kants, dessen Philosophie heute den letzten einheitlichen Bezugspunkt in der europäischen philosophischen Tradition bildet. Eine nach Themengruppen geordnete Einführung in die Kant-Literatur seit dem deutschen Neukantianismus, Zeittafel und ausführliche Register machen das Handbuch zu einem philosophiehistorischen Nachschlagewerk.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.01.2003

Es sei doch immer wieder erstaunlich festzustellen, so der mit "mim" zeichnende Rezensent, wie groß Kants Wirkung auch heute noch sei und dass er wohl eines der letzten oder sogar das letzte "allgemein anerkannte Zentralgestirn im unübersichtlich gewordenen Denkgeschäft" sei. Mit diesem Handbuch gebe Gerd Irrlitz einen guten Einblick, kurz genug, aber nicht zu kurz. Die Unterteilung sei sehr leserfreundlich, Namen- und Sachregister ermöglichen die Nutzung als Nachschlagewerk. Der einzige Kritikpunkt sei die Tatsache, dass Irrlitz in seiner Darstellung teilweise Gefahr laufe, das Problem verschiedener und gegensätzlicher Rezeptionsansätze, die es heute gebe, zu unterschlagen, so der Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.11.2002

Die Aufgabe, eine Einführung in das Werk Kants zu geben, ist keine leichte Sache, räumt Otfried Höffe in seiner Besprechung von Gerd Irrlitz "Kant-Handbuch" freimütig ein. Schließlich hat Kant neben seinen drei berühmten Kritiken eine Reihe von Werken zu nahezu jedem Gebiet der Philosophie verfasst - eine "veritable Enzyklopädie philosophischer Wissenschaften" also, wie Höffe festhält. Wer in dieses gewaltige Werk einführen will, nimmt sich seines Erachtens viel vor. Das analoge "Nietzsche-Handbuch" des Verlages etwa haben vier Dutzend in- und ausländische Nietzsche-Kenner verfasst, erinnert Höffe. Irrlitz, der die gewaltige Aufgabe im Alleingang angeht, hat nach Ansicht Höffes ohne Zweifel eine immense Arbeit auf sich genommen. Das Ergebnis ist durchwachsen und hat den Rezensenten nicht immer wirklich überzeugt. Irrlitz' Skizze von Kants Leben lobt Höffe als "schön", die Qualität der Referate zu den verschiedenen Werken findet er dagegen recht unterschiedlich. Erfreulich ausführlich werde die vorkritische Zeit behandelt, sowohl deren naturwissenschaftliche als auch metaphysische und metaphysikkritische Schriften, man erfahre viel von der philosophischen Tradition, in der Kants Werke stehen, die "Kritik der reinen Vernunft" erhalte großen Raum. Die bis heute aktuelle Friedensschrift wird zum Bedauern des Rezensenten dagegen enttäuschend knapp behandelt und die Darstellung der "Metaphysik der Sitten" hat ihn "wenig überzeugt". Generell kritisiert Höffe, dass Irrlitz' Referate und Interpretationen der Werke nicht immer hinreichend textnah und aus souveräner Kenntnis der wichtigsten Literatur vorgetragen sind. Auch Irrlitz' Auseinandersetzung mit der Kant-Forschung betrachtet Höffe als unausgewogen. Auch die Einleitung hat ihn nicht überzeugt. "Vielleicht wäre es doch besser gewesen", gibt Höffe abschließend zu bedenken, "nach dem Vorbild des Nietzsche-Handbuches einen so fleißigen Herausgeber wie Irrlitz mit einigen weiteren Kennern zusammenzuführen."