Dieter Richter erzählt das Leben Jean Pauls im Spiegel seiner Reisen. Von der ersten Wanderung des kleinen Fritz Richter von Joditz zu den Großeltern nach Hof bis zur letzten Reise des Dichters, der zwei Monate vor seinem Tod in Nürnberg Heilung für sein Augenleiden suchte. Dazwischen spannen sich die Stationen eines intensiven Reiselebens (Jean Paul), das den Dichter auf etwa 75 kleineren oder größeren Reisen über viele Tausende von Kilometern durch Deutschland führte. Ewige Wanderratte hatte er sich einmal genannt, in seiner Jugend legte er enorme Strecken zu Fuß zurück, später reiste er in Kutscheneinsamkeit, begleitet nur von seinem Hund. Dabei war Reisen für ihn rauschhaft genossenes Glück. Jean Paul und Dieter Richter besuchen: Aalen · Altenburg · Amberg · Ansbach · Arzberg · Asch · Aschaffenburg · Auma · Bad Lauchstädt · Bad Steben Bamberg · Bayreuth · Belgershain · Berlin · Berneck · Bingen · Birkenau · Coburg · Dessau · Dinkelsbühl · Dresden · Eisenach · Erfurt · Erlangen · Förbau · Forchheim · Frankfurt · Franzensbad · Freiberg · Freising · Gera · Giebichenstein · Gotha · Halberstadt · Halle · Heidelberg · Helmbrechts · Hildburghausen · Hof · Hohenberg/Eger · Ilmenau · Ingolstadt · Jena · Joditz · Kassel · Köditz · Königsbrück · Landshut · Leipzig · Leupoldsgrün · Liebenstein · Lindenau · Löbichau · Mainz · Mannheim · Meiningen · Meissen · Münchberg · München · Nauen · Naumburg · Neuhaus · Neustadt/Aisch · Nürnberg · Oßmannstedt · Pfaffenhofen · Pichelswerder · Potsdam · Regensburg · Rehau · Rudolstadt · Ruhla · Schleiz · Schwandorf · Schwarzburg· Schwarzenbach · Schwetzingen · Seidingstadt · Seifersdorf · Sonneberg · Sparneck · Starnberger See · Stetten · Stuttgart · Tannenfeld · Tiefurth · Töpen · Venzka · Wangen · Weimar · Weinheim · Weissenfels · Wiesbaden Wirsberg · Wörlitz · Worms · Wunsiedel · Würzburg · Zedtwitz · Zwickau
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.12.2013
Einmal mehr drückt sich Rezensent Burkhard Müller um die ganze Lektüre des "Titan" herum. Einen guten Grund findet er in Dieter Richters Reisebiografie, die ihm immerhin den halben Jean Paul offeriert, indem sie sich auf des Autors geografische Bewegungen konzentriert. So schmal der Band ist, so gut führt er den Rezensenten zu allen wichtigen Lebens- und Schaffensstationen Pauls. Der Clou ist für Müller allerdings die Anlage des Buches. Der gut dosierte Wechsel von Zitat und Kommentar ermöglicht laut Müller nicht nur die fröhlich springende, kongeniale Zwischendurchlektüre, sondern, da Richter offenbar auch stilistisch auf der Höhe seines Gegenstands ist, eine gut klingende dazu.
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