Adolf Endler

Kleiner kaukasischer Divan

Von Georgien erzählen
Cover: Kleiner kaukasischer Divan
Wallstein Verlag, Göttingen 2018
ISBN 9783835332638
Gebunden, 276 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Brigitte Endler. Ein sehr persönlicher Reisebericht über Georgien, der über Menschen, Geschichte und Poesie dieses Landes Auskunft gibt. Und dazu: eine Zusammenstellung von georgischen Gedichten aus acht Jahrhunderten, übersetzt von Adolf Endler.
"Zwei Versuche, über Georgien zu erzählen" ist ein poetischer Reisebericht von Adolf Endler, der 1976 erstmals erschienen ist. Gemeinsam mit dem Schriftstellerkollegen Rainer Kirsch war Endler für mehrere Monate nach Georgien eingeladen, um die Poesie des Landes und auch deren lebende Vertreter kennenzulernen und ins Deutsche zu übersetzen. Es gab initiierte offizielle Treffen, aber je länger die beiden deutschen Dichter vor Ort waren, umso genauer und tiefer lernten sie die realen Verhältnisse vor Ort kennen, umso mehr erfuhren sie im privaten Rahmen von Kollegen aus Georgien, die den Mächtigen "unerwünscht" waren. Herausgekommen ist eine umfangreiche Anthologie: "Georgische Poesie aus acht Jahrhunderten", die in den siebziger Jahren in zwei Auflagen erschien.
Beide Bücher, der Reisebericht und die Gedichte aus der Anthologie inklusive einem erhellenden Aufsatz Endlers über ältere georgische Poesie, sind hier vereint. Hinzugefügt wurde ein unveröffentlichter Essay über den Dichter Grigol Robakidse, der seinerzeit der DDR-Zensur zum Opfer gefallen war, weil der Name Robakidse wegen seiner zeitweiligen Nähe zum Nationalsozialismus nicht genannt werden durfte. Endler hat die Texte dieses Buches kurz vor seinem Tod noch selbst überarbeitet und für eine Veröffentlichung zusammengestellt; sie haben eine erstaunliche Frische bewahrt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.05.2018

Rezensent Tilman Spreckelsen bekommt eigentlich drei Bücher mit diesem Band, der Adolf Endlers überarbeitete Texte über Georgien enthält: einen Reisebericht, Nachdichtungen georgischer Dichter wie Dawit Guramischwili oder Paolo Iaschwili und einen Essay zur georgischen Literatur - wenngleich zumindest die Nachdichtungen nur wenig Raum einnehmen und der ursprüngliche Band "Georgische Poesie aus acht Jahrhunderten" damit keineswegs obsolet wird, wie der Rezensent erklärt. Wie der Autor sich bei seinen Reisen durch Georgien in ein Zwischenreich aus Realität und Traum begibt und Meer, Berge, Literatur und die gemeinsame Vergangenheit Georgiens und Deutschlands miteinander verschmelzen lässt, gefällt Spreckelsen sehr. Ein kluges, assoziatives Buch, meint er, dass eine Zwischenbilanz der Rezeption abgibt zum Buchmesseland 2018.
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