Mit zahlreichen Abbildungen. Lise Meitners Biografie zeigt die unglaubliche Geschichte einer Frau, die sich gegen alle sozialen und politischen Widerstände durchsetzte. Albert Einstein galt sie als "unsere Madame Curie", den Nazis als unerwünschte Jüdin, der Boulevardpresse als "Mutter der Atombombe". Meitner, geboren 1878, promovierte 1906 als zweite Frau an der Universität Wien in Physik und etablierte sich in der männerdominierten Wissenschaft. Vor den Nationalsozialisten floh Meitner 1938 nach Schweden, wo ihr zusammen mit Otto Frisch ihr größter Durchbruch gelang: die Entdeckung des Prinzips der Kernspaltung. Doch der verdiente Nobelpreis blieb ihr versagt. Die letzten Jahre ihres Lebens verbrachte sie in Cambridge. Die Autoren zeichnen Meitners Leben vor dem Hintergrund der rasanten Entwicklung der Atomphysik und der großen Katastrophen des 20. Jahrhunderts nach und geben neue Einblicke in die Welt der Wissenschaftlerin.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.11.2018
Sybille Anderl liest die Biografie über Lise Meitner von David Rennert und Tanja Traxler mit Spannung. Das Buch ist für sie erstens eine Fallstudie über die Karriere einer Frau in Zeiten, da Frauen als Wissenschaftlerinnen noch gar nicht vorkamen, und zweitens die Beschreibung der Anfänge der modernen Physik. Beides scheint der Rezensentin aufregend und die Lektüre wert. Darüber hinaus aber erkennt Anderl die Besonderheit dieser Lebensgeschichte in den sie begleitenden politischen Zeitumständen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die sich daraus ergebende Frage nach der moralischen Verantwortung des Wissenschaftlers ist für Anderl der roten Faden des Buches.
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