Von den Katholiken gehasst, kritisiert, aber auch gewürdigt. Dieses Buch nähert sich Martin Luther über seine Begegnungen mit "Katholiken". Das "Katholische" meint hier keine Konfessionsbezeichnung, sondern einen "Lebenszusammenhang". Denn Luther war geprägt von antiken und mittelalterlichen Theologen wie Johannes Tauler und Johann von Staupitz. Er selbst begegnete hochrangigen katholischen Theologen seiner Zeit, darunter dem berühmten Johannes Eck. Schließlich wurde Luther von Katholiken in den 500 Jahren seit der Reformation ganz unterschiedlich aufgenommen. Das Buch zeichnet die "katholischen" Prägungen, Begegnungen und Rezeptionen Luthers nach - vom Kirchenvater Augustin im 4. Jahrhundert bis zum 2014 verstorbenen katholischen Theologen Otto Hermann Pesch.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.08.2016
Gleich zwei katholische Lutherbücher kann Rezensent Thomas Marschler annoncieren, um dann doch festzustellen: Viel Neues über Luther erfährt der Leser nicht. Ähnlich wie Kardinal Walter Kasper bewertet auch die Tübinger Kirchenhistorikerin Daniela Blum Luther weniger als Reformator denn als "Reform-Katholiken". Zwar gelinge es Blum, Luthers Biografie und seine Kernthemen anhand von Auseinandersetzungen etwa mit Augustinus oder Thomas von Aquin nachzuzeichnen; vor allem aber vermisst der Rezensent Ausführungen zu Luthers Prägung durch die "via moderna". Auch die Sympathien für Luther, der in diesem Band stärker als seine Gegner zitiert wird, erscheinen dem Rezensenten zu einseitig. Insgesamt hätte sich Marschler weniger Selektivität und mehr historische Distanz gewünscht, auch ihr Verständnis des "Katholischen" erscheint ihm zu wenig "inhaltlich konturiert".
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