Aus dem Englischen von Eike Schönfeld. Mit einem Vorwort von Carolin Emcke. "Alle Menschen sehen sich demselben Rätsel gegenüber: Woher weiß man, wer man ist?" Aufgewachsen als Sohn eines Mathematikers in einem Vorort auf Long Island, treibt es Daniel Mendelsohn weg von zu Hause, um herauszufinden, wer er ist: Er stürzt sich in sein Studium der Altphilologie und erkennt sich in den Texten der griechischen Klassiker wieder; um seine Wurzeln zu ergründen, erforscht er die Geschichte seiner Familie, osteuropäischer Juden; in New York City wird er Teil der Schwulenszene; die Sehnsucht nach einer eigenen Familie erfüllt sich wider alle Erwartungen. Ein Buch über die verschlungene Suche nach der eigenen Identität mit all den Konflikten, die damit einhergehen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.01.2022
Rezensent Nils Minkmar fühlt sich inspiriert und beglückt durch die Lektüre von Daniel Mendelsohns Buch. In gewohnter, bewährter subjektiver Manier, erklärt Minkmar, widmet sich der Autor darin dem Thema Identität, erkundet den Begriff historisch, literarisch beispielsweise anhand von Motiven bei Sappho und erzählt von seiner Homosexualität und dem Wandel des Cruising durch digitale Plattformen in den 1990ern. Mendelsohns wahrheitsliebender, aufklärerischer Geist, wie der Leser ihn aus "Die Verlorenen" kennt - in diesem Buch findet er sich wieder, meint Minkmar. Mendelsohn gibt der umstrittenen politischen Bedeutung von "Identität", die Minkmar als eine Art Suche nach neuen Höflichkeitsformen charakterisiert, einen inspirierenden Schubs, lobt der Kritiker, weil er Identität als etwas Vielfältiges betrachtet.
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