Claire Keegan

Wo das Wasser am tiefsten ist

Erzählungen
Cover: Wo das Wasser am tiefsten ist
Steidl Verlag, Göttingen 2004
ISBN 9783865211705
Taschenbuch, 239 Seiten, 9,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Inge Leipold und Hans-Christian Oeser. Eine Frau, die aus dem vorgezeichneten Einerlei ihres Lebens ausbrechen will, ein Mädchen auf der Schwelle zum Erwachsenwerden, ein Mann, der mit einer furchtbaren Schuld beladen ist - das sind einige der Helden der irischen Schriftstellerin Claire Keegan. Jede ihrer Erzählungen entblättert eine große oder kleine Abgründigkeit und liest sich dabei so spannend wie ein Thriller.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.01.2005

Ingeborg Harms ist begeistert: Die irische Autorin Claire Keegan habe hier einen Band mit Erzählungen vorgelegt, "die vom ersten bis zum letzten Satz elektrisieren." Keegan sei eine "Prosakünstlerin", die erzähle, um Orientierung zu verschaffen, die Risiken des Lebens herauszuschälen, aber damit auch seine Möglichkeiten. Ihre Figuren sind oft Einzelgänger, so Harms, manchmal sogar Verrückte. Und viele haben Vorahnungen, Träume, die die Zukunft ankündigen. Wem es an dieser prophetischen Gabe fehlt, der scheitere meist genau daran. Harms skizziert den Handlungsablauf einiger Erzählungen und resümiert schließlich: "Genauigkeit ist poetisch, sagt dieser Erzählband, denn sie befreit uns von Illusionen und macht uns für wirkliche Abenteuer bereit."
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 31.08.2004

Frostig sind die sechzehn Erzählungen der irischen Autorin Claire Keegan, so empfindet es Renate Wiggershaus, die eingesteht, sich zunächst durchaus von ihnen in den Bann gezogen gefühlt zu haben. Auf untergründige Weise werde eine unheilschwangere, beklemmende und oftmals auch dumpfe Atmosphäre heraufbeschworen, charakterisiert Wiggershaus das von Keegan beschriebene ländliche Milieu in Irland, in dem die meisten Geschichten angesiedelt sind. Durch Fahrlässigkeit, Unachtsamkeit, Naivität oder einfach aus einer Laune heraus riskierten Keegans Protagonisten ihr kleines Glück und gerieten in Situationen, aus denen es kein Entrinnen gäbe. Leider fehle diesen Figuren, so die Rezensentin, Lebendigkeit, Fantasie und Erfahrungsreichtum, deshalb wirkten sie bei näherer Betrachtung wie Stereotypen, die statt Schrecken Unwillen und Überdruss hervorriefen. Dennoch, hält Wiggershaus fest, bestechen die Geschichten - passagenweise - durch topographische Genauigkeit, Plastizität und eine lakonische Poesie.
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