In den achtziger Jahren entschied sich die amerikanische Regierung, die Aktenbestände der Vorgängerorganisation der CIA, des "Office of Strategic Services" (OSS), der Forschung zugänglich zu machen. Christof Mauch, der über zwölf Monate im Washingtoner Archiv verbrachte, um sich einen Überblick über die ? nebeneinander gestellt ? mehr als zwei Kilometer an Geheimdienstakten zu verschaffen, ist der beste Kenner dieser Dokumente. Mauch zeigt, welche Diskussionen man in Washington führte, um die "Achillesferse des Dritten Reiches" ? das heißt die politischen, ökonomischen und moralischen Schwachstellen von Hitlerdeutschland ? zu identifizieren.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 22.06.2000
Paul Stauffer lobt an dieser Studie besonders die Fähigkeit des Autors, „seine akribisch erarbeiteten Forschungsergebnisse in gut lesbarer Form zu präsentieren“, aber: Zwar äußert Stauffer durchaus Verständnis dafür, dass Maucher sich vor allem mit den amerikanischen Geheimdiensttätigkeiten um Allan Dulles, die sich speziell gegen Deutschland richteten, befasst hat. Bedauerlich findet der Rezensent aber dennoch, dass Maucher kaum auf die Unterstützung eingeht, die Dulles bei seiner Tätigkeit in Bern von Schweizer „Vertretern ganz unterschiedlicher Lebensbereiche und Gesellschaftskreise“ erhalten hat. Auch merkt er kritisch an, dass Maucher von einem „deutschen Geschäftsmann“ Walter Bovari spricht, obwohl es sich bei diesem doch offenbar um den Schweizer Industriellen und Chef des Brown-Boveri-Konzerns gehandelt habe. Völlig unerwähnt bleibe der Physiker Paul Scherrer (ETH Zürich), der Alan Dulles wichtige Auskünfte zur Entwicklung der Atombombe gegeben habe. Dennoch merkt Stauffer anerkennend an, dass dieses Buch die wichtige Erkenntnis vermittelt, die Schweiz sei als „Nachrichtenzentrum“ im Zweiten Weltkrieg von größerer Bedeutung gewesen, „als hierzulande bisher angenommen“.
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