Ernst von Waldenfels

Der Spion, der aus Deutschland kam

Das geheime Leben des Seemanns Richard Krebs
Cover: Der Spion, der aus Deutschland kam
Aufbau Verlag, Berlin 2002
ISBN 9783351025380
Gebunden, 382 Seiten, 22,50 EUR

Klappentext

Er lebte viele Identitäten, agierte zwischen Komintern und Gestapo, der Doppelagent und Schriftsteller Richard Krebs (1905-1951). Als junger Seemann und Schriftsteller macht Krebs Karriere als Instrukteur der Komintern und ließ sich im KZ von der Gestapo anwerben - die Tat eines Überläufers und Verräters oder ein geschicktes Manöver im Auftrag seiner Genossen? Von der Gestapo in Freiheit entlassen, geriet der doppelte Agent schnell zwischen die Fronten der Geheimdienste; in höchster Not rettet er sich 1938 auf ein Schiff nach Amerika, wo er 1941 mit seinem autobiografischen Roman "Tagebuch der Hölle" berühmt wird. Doch die Vergangenheit holt Richard Krebs wieder ein ... Verfolgt vom sowjetischen Geheimdienst, gerät er bald auch ins Visier der amerikanischen Behörden. Das vorliegende Buch liefert das Porträt einer bis heute höchst umstrittenen und schillernden Persönlichkeit.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 02.10.2002

Richard Krebs, Autor des "Tagebuchs der Hölle", steht laut Rezensent Michael Rohrwasser für die "internationale Unterwelt, die im Schatten der totalitären Diktaturen entstanden ist". In deutschen, amerikanischen und russischen Archiven hat Ernst von Waldenfels die Biografie dieses Mannes erforscht, der sich in einer Welt der politischen Instrukteure der Komintern, der Saboteure und Parteisoldaten, der kommunistischen Apparate und der politischen Polizeien bewegte und doch alle gewohnten politischen Klischees sprengte, berichtet Rohrwasser. Zwar nähere sich Waldenfels seinem Thema anfangs mit einer "gewissen Sprödigkeit". Doch spätestens, wenn es um die Frage des Doppelspiels geht, in das Krebs in Nazi-Gefängnissen hineingezogen wurde, "gewinnt die Biografie eine Intensität, die Genauigkeit und Einfühlung verbindet", freut sich Rohrwasser. Das Doppelspiel seines Protagonisten untersucht Waldenfels "nicht ohne Faszination" und mit "analytischer Schärfe", der Rezensent.