Christian Bommarius

Der gute Deutsche

Die Ermordung Manga Bells in Kamerun 1914.
Cover: Der gute Deutsche
Berenberg Verlag, Berlin 2015
ISBN 9783937834771
Gebunden, 176 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

In der ruhmlosen deutschen Kolonialgeschichte dürfte das Kapitel über Kamerun eines der finstersten sein. Die unter fragwürdigen Begleitumständen ergaunerte Kolonie wurde in einträglicher Zusammenarbeit zwischen wilhelminischen Kolonialbeamten und ehrbaren Kaufleuten in ein Inferno für die versklavte Bevölkerung verwandelt. Einem Sohn des ehemaligen Königs wurde dennoch gestattet, in Deutschland Jura zu studieren. Als Prinz Manga Bell allerdings vom Gelernten Gebrauch machte und vor Gerichten gegen die deutschen Gräueltaten in seiner Heimat klagte, wurde er zu Beginn des ersten Weltkriegs des Hochverrats bezichtigt und in Windeseile aufgehängt. Christian Bommarius, Publizist und Jurist, hat den Fall aufgerollt: Seine Geschichte eines Justizmordes ist zugleich eine Fallstudie über Rassismus, Gier und abgrundtiefe politische Dummheit.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.06.2015

Tim Neshitov scheint Gefallen zu finden an der Geschichte Deutsch-Kameruns, die der Journalist und Jurist Christian Bommarius in seinem Buch auf populärhistorische Weise, ohne Moralin, dafür mit vielen Fakten, wie Neshitov einräumt, erzählt. Die Gräueltaten der Deutschen an den Duala werden laut Rezensent vom Autor plastisch beschrieben, ebenso der Aufstieg und Fall des Königsenkels Rudolf Manga Bell, den die Lektüre von Lessing und Schiller, Charisma und "edle Züge" doch nicht vor dem deutschen Henker retten konnten, wie Neshitov lernt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.05.2015

Andreas Eckert hat genau einen Einwand gegen die Ausführungen von Christian Bommarius in dessen Buch über die wilhelminische Kolonialpolitik in Kamerun und den Konflikt der Deutschen mit den Duala. Die Kontextualisierung der Ermordung des Duala-Häuptlings Rudolf Manga Bells geht ihm trotz aller vom Autor aufgezeigten Hintergründe nicht weit genug. Davon abgesehen preist Eckert das Buch als eingängig, informativ und durch seine zahlreichen Quellenzitate anschaulich. Dass der Autor die deutschsprachige Fachliteratur zum Thema kennt, erwähnt Eckert ebenfalls lobend.

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