Mongo Beti

Besuch in Kala oder Wie ich eine Braut einfing.

Cover: Besuch in Kala oder Wie ich eine Braut einfing.
Peter Hammer Verlag, Wuppertal 2003
ISBN 9783872949165
Gebunden, 230 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Übersetzt aus dem Französischen von Werner von Grünau.Die großen Ferien brechen an. Der junge Medza, gerade durch das Abritur gefallen und entsprechend niedergeschlagen, kommt in sein heimatliches Dorf. Doch hier wird er mit einer heiklen Mission betraut: Er soll sich in ein entlegenes Dorf begeben und die Frau eines Cousins, die ihren Mann verlassen hat, zurückholen. Dort, fernab der vermeintlichen Zivilisation, eröffnet sich dem jungen Mann eine Welt, aus der er verändert, erwachsen, zurückkehren wird. Mogo Betis Geschichte ist gleichzeitig ein Symbol für die Veränderungen, die die Kolonialisierung Afrika gebracht hat.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 02.10.2003

Heinz Hug ist von der deutschsprachigen Neuauflage des im französischen Original erstmals 1957 publizierten Buches Mongo Betis sichtlich angetan. Er zählt den Autor "zu den ungestümsten Repräsentanten einer ersten Schriftstellergeneration Afrikas". So lobt er die "gelungene Überarbeitung" von Werner von Grünaus Übersetzung durch Gudrun Hanke, sowie die "gesellschaftliche Brisanz" des Romans, die sich hinter der Fassade einer Familiengeschichte verberge: Der von einer misslungenen Abiturprüfung zurückkehrende Held der Geschichte, Jean-Marie Medza, wird aufgrund seiner durch die "Kolonialherren vermittelten Bildung", die ihn zu einem angesehenen Dorfbewohner werden lässt, ausgewählt, die entschwundene Frau seines Cousins aus dem eine Tagesreise entfernten Kala zurückzuholen. Im als "hinterwäldlerischen" geltenden Dorf angekommen, trete jedoch diese "Mission völlig in den Hintergrund", Medzas Abenteuer inklusive der ersten Liebeserfahrung rücken ins Zentrum der Erzählung, so dass der Roman Hug zufolge in die "Nähe eines Entwicklungsromans" rückt. Dieser gelte - im Vergleich zu seinem Frühwerk - als ein "erstaunlich privates Werk", was der Rezensent auf die besondere Erzählweise zurückführt. Beti schlage einen "humoristischen, zuweilen gar herumalbernden Ton" an, greife jedoch auch die orale Tradition Afrikas auf, was die Lektüre dem europäischen Leser allerdings ein wenig erschwere, da man sich bei seinen Anreden "nicht ohne weiteres mit eingeschlossen" fühle.

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