Charles J. Shields

Der Mann, der den perfekten Roman schrieb

"Stoner" und das Leben des John Williams. Biografie
Cover: Der Mann, der den perfekten Roman schrieb
dtv, München 2019
ISBN 9783423281911
Gebunden, 384 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Aus dem amerikanischen Englisch von Jochen Stremmel. Wer war der Mann, der den perfekten Roman schrieb? John Williams (1922-1994) gilt heute als Ikone der modernen amerikanischen Literatur. Aber wer war dieser große Autor, der erst weit nach seinem Tod berühmt wurde? Wie viel hatte der Universitätsdozent aus Denver mit "Stoner" gemein? Wieso hat ein feinsinniger Intellektueller wie Williams einen so abgründigen "Western" wie "Butcher's Crossing" verfasst? Was hat es mit Williams' Bemerkung auf sich, sein einziges autobiografisches Buch sei der Roman über Kaiser "Augustus"? Und warum hat er sich von seinem berührenden Debüt "Nichts als die Nacht" später distanziert? Charles J. Shields legt die erste Biografie über John Williams vor, schildert dessen karge Kindheit in Texas, seine Passionen, seine vier Ehen und seinen intellektuellen Weg.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 16.01.2020

Nach der Lektüre von Charles J. Shields Biografie über den Autor von "Stoner" und "Butchers Crossing" weiß Rezensent Wolfgang Schneider: Bei John Williams kamen schon in der Kindheit zwei Dinge zusammen, die ihm zu großem Erfolg hätten verhelfen können und sollen: Ein großer Erfindungsreichtum und die Erkenntnis, dass Wahrheit wandelbar ist. Doch leider wurde ihm dieser Erfolg aufgrund schlechter Gewohnheiten und ungünstiger Umstände immer wieder verwehrt. Welche Gewohnheiten und Umständen das waren, erzählt Williams' Biograf sehr anschaulich, unterhaltsam und kompetent in "Der Mann, der den perfekten Roman schrieb", so Schneider. Charles J. Shields ist hier ein wunderbares und vielschichtiges Porträt dieses fantasievollen, aber nicht durchweg sympathischen Autors gelungen, lobt der überzeugte Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.12.2019

Rezensentin Maria Frisé weiß nicht viel über Charles J. Shields Biografie zu berichten, stattdessen gibt sie das Wissen, das im Buch steckt, brav wieder. Etwa die vom Autor bemühte auffallende Ähnlichkeit zwischen John Williams und seinem Romanhelden Stoner, von den finanziellen Verhältnissen bis zu den Erfahrungen mit dem akademischen System der USA. Wie sich Williams zeitlebens mit relativer Unbekanntheit und mit dem Alkohol herumschlug, erfährt Frisé von Shields auch. Manchmal allzu detailreich und abschweifend, wie sie findet.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 07.12.2019

Rezensentin Gabriele von Arnim freut es, dass der Biograf Charles Shields sich nun des Autors John Williams angenommen hat, denn der gebührende Ruhm blieb diesem ihrer Meinung nach viel zu lange verwehrt. Der Roman, für den Williams posthum bekannt wurde, ist "Stoner", ein leises, dafür aber umso eindrücklicheres Buch über einen Menschen, der feststellt, dass er dank seiner Liebe zur Literatur in sich ruht, erklärt die Kritikerin. Aus Shields', wie sie findet, gründlich recherchierter und liebevoll erzählter Biografie hat Arnim gelernt, dass Williams berühmteste Figur "lebensklüger" war als ihr Erfinder: Williams habe es als College-Professor und unentdeckter Romancier nicht geschafft, einfach nur er selbst zu sein, und endete als Alkoholiker, weiß sie nun.

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