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Carolin Emcke

Ja heißt ja und ...

Cover: Ja heißt ja und ...
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2019
ISBN 9783103974621
, 112 Seiten, 15,00 EUR

Klappentext

Wie kann man nach der "MeToo-Debatte" noch über Lust, Macht und Gleichheit denken und sprechen? Für Carolin Emcke hat die Debatte vor allem eines gezeigt: Es ist ein Gespräch über Missbrauch und Sexualität entstanden, das nicht wieder abgebrochen werden kann. Denn die Fragen bleiben: Welche Bilder und Begriffe prägen unsere Vorstellungen von Lust und Unlust? Wie lässt sich Gewalt entlarven und verhindern? Wie bilden sich die Strukturen und Normen, in die Männer und Frauen und alle dazwischen passen müssen? Was wird verschwiegen, wer muss ohnmächtig bleiben? Wie lassen sich Lust und Sexualität in ihrer Vielfalt ermöglichen - ohne Vereindeutigung? Indem sie eigene Erfahrungen, soziale Gewohnheiten, Musik und Literatur befragt, zeigt Carolin Emcke, wie kompliziert das Verhältnis von Sexualität und Wahrheit immer noch ist.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 08.06.2019

Rezensentin Hannah Lühmann hat ihre liebe Not, als sie versucht, Carolin Emckes neues Buch zusammenzufassen. Letztlich liest sie den Text, der ursprünglich als Leseperformance für das Theater konzipiert wurde, als eine Art Selbstbefragung zu den #MeToo-Debatten. Deshalb hat sie auf neue Denkanstöße gehofft, aber was sie vorgefunden hat, empfindet sie eher als die von Emckes typischen LeserInnen erwartete Dosis intellektueller Unterhaltung, die die gebildeten Gemüter beruhigt: "Carolin Emcke ist Margot Käßmann für Leute, die Foucault gelesen haben." Dennoch fand die Rezensentin einige der geäußerten Gedanken durchaus schön, so beispielsweise Emckes Plädoyer für Empathie.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 23.05.2019

Rezensentin Eva Hepper staunt, wie leicht und sogar witzig sich Carolin Emcke dem Thema MeToo widmet. Die auf eine Lecture-Performance zurückgehenden Miniaturen und Fragmente im Buch weisen laut Hepper zudem über das Thema hinaus, reflektieren Lust, Sexualität, Rollenbilder, Rassismus, Identität, Ausgrenzung. Das nicht eben kleine Programm meistert Emcke in einem Mix aus Analyse und Erfahrungsbericht, erklärt Hepper. Wie dabei Emckes eigene Hilflosigkeit immer wieder zutage tritt, die Autorin sucht und tastet nach den richtigen Einstellung und Reaktionen, findet Hepper stark und inspirierend.