Die Fallzahlen bei häuslicher Gewalt steigen stetig. In die Schlagzeilen kommen aber oft nur Fälle von körperlicher Gewalt. Über psychische Gewalt - sie geht körperlichen und sexuellen Übergriffen meist voraus - spricht kaum jemand. Oft beginnt es schleichend und eskaliert in der Regel schrittweise bis hin zum Übergang zur körperlichen Gewalt. Viel zu spät begreifen die Betroffenen, was abläuft und schaffen es dann nur sehr schwer, sich zu lösen. Im Buch verdeutlichen drei Fall-Geschichten die typischen Verlaufsformen psychischer Gewalt in Beziehungen. Daneben erläutern Experten die Thematik aus psychologisch-therapeutischer sowie juristischer und politischer Sicht. Auch der Leiter einer Beratungsstelle für männliche Opfer von psychischer Gewalt kommt zu Wort.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 17.12.2022
Auf der einen Seite: Zwei Frauen und ein Mann, Opfer von seelischer Gewalt durch ihre Partner. Auf der anderen Seite: Eine Ärztin, eine Rechtsanwältin und ein Psychiater. Auf diese Zweiteilung des Buchs der Journalistin Caroline Wenzel weist Andrea Gerk gleich zu Anfang hin. Geschildert und analysiert werden die Beziehungen von der großen Verliebtheit über erste verbale Verletzungen bis hin zur offenen Feindseligkeit, die Betroffene erst verwirren und dann tief verletzen. Gefangen in der Hoffnung auf neue schöne Momente, verharren die nach außen selbstbewussten und erfolgreichen Menschen zum Erstaunen von Gerk über Jahre in diesen Beziehungen, die nach Auskunft der Experten immer das Potenzial zur körperlichen Gewalt in sich tragen. Das Buch richtet sich nicht nur an Betroffene und Nahestehende, sondern ruft auch zu gesellschaftlichen und institutionellen Verbesserungen auf, betont Gerk, und nimmt aus der Lektüre mit, dass mehr Männer als angenommen psychische Gewalt in der Partnerschaft erfahren und die Scham aller in eine fatale Schweigespirale führt. Dringend nötig seien deshalb Schulungen für das soziale Umfeld, Behörden und Mediziner, um beispielsweise, zitiert Gerk die Autorin, die Zahl der Femizide zu verringern.
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