Aus dem Italienischen von Moshe Kahn. Cipolla nimmt hier den sich so ernst nehmenden Wissenschaftsbetrieb auf die Schippe: Im ersten Teil weist er nach, dass der Pfeffer die treibende Kraft in der wirtschaftlichen Entwicklung des Mittelalters gewesen sei, also das, was Marx den Motor der Geschichte nennt. Angesichts dieser unglaublichen Ereignisse, in die erstaunlicherweise Gott der Herr, goldene Münzen, Eremiten, Feudalherren und sarazenische Frauen verwickelt waren, verloren als einzige die Italiener nicht ihren Kopf: Deshalb beendeten sie das Mittelalter durch die Erfindung der Renaissance. Im zweiten Traktat erläutert Cipolla die fünf Prinzipien der menschlichen Dummheit, wobei der vier Typen unterscheidet: Die Unbedarften, die Intelligenten, die banditen, die Dummen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.05.2001
Der Autor als freundlicher Herr und Häuslebauer? Erst denkt man, Gerald Sammet flickt dem Cipolla kräftig was am Zeug. Dann aber ist klar: Der Rezensent hat sich wirklich amüsiert. "Eine Schnurrpfeiferei also, keine Frage, aber irgendwie doch ein richtiges Haus", schreibt er und meint mit Haus ungefähr Gedankengebäude und mit Schnurrpfeiferei, na ja, einen kuriosen Einfall eben, wie den, die Entwicklung Europas mit dem Pfeffer zu erklären, oder, wie im zweiten Teil des Bandes, die Menschheit mit diesen vier Kategorien: Unbedarfte, Intelligente, Banditen und Dumme. Fragt sich, ob nicht eine fehlt. Die Geschichte, die Cipolla schreibt jedenfalls, warnt Sammet, hat "etwas mit der hohen Kunst der Lüge zu tun." Und Cipolla, hieß so nicht auch der Taschenspieler in Thomas Manns "Mario und der Zauberer"?
Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Daniel Kehlmann: Afrika Im Winter 1884 versammeln sich auf Einladung Bismarcks die großen Mächte zu einer Konferenz, auf der ein ganzer Kontinent mit all seinen Reichtümern aufgeteilt werden soll:… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…