Herausgegeben, mit Anmerkungen und einem Vorwort versehen von Johannes Rößler. Der Band versammelt bislang unbekannte Briefe von Carl Justi. Die Briefe an Charlotte Broicher in Berlin sind zeithistorische Miniaturen voller Ironie und anschaulicher Dichte. Die hier ebenfalls vorgestellte Korrespondenz mit Wilhelm (von) Bode ist ein bedeutendes Dokument der kunsthistorischen Methodengeschichte und der Erwerbungsgeschichte der Berliner Museen. Den Abschluss der Edition bildet Justis Aphorismensammlung Moderne Irrtümer (entstanden zwischen 1906 und 1912). Bisher nur in kleinen Ausschnitten bekannt, wird sie nun vollständig nach einer vom Herausgeber wiederentdeckten Abschrift publiziert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.08.2012
Das wäre doch etwas gegen die Einsilbigkeit der Kunstvermittlung in der Berliner Gemäldegalerie, meint Eduard Beaucamp angesichts dieses Bandes mit Korrespondenzen, Tagebuchauszügen und Essays des umtriebigen Bonner Kunsthistorikers Carl Justi. Was eine spannende Bilddebatte oder eine aufregende Erwerbsgeschichte ist, kann er hier nachlesen. Etwa wenn Justi mit Wilhelm Bode korrespondiert, für Beaucamp der Kern des Bandes. Durch weitere enthaltene Briefwechsel quält er sich ein bisschen hindurch und findet die Notizen, Essays und Aphorismen des großen gründerzeitlichen Kunstgeschichtsschreibers Justi gar eher "unerquicklich", nicht zuletzt wegen Justis hier dokumentierten antidemokratischen, antisemitischen und frauenfeindlichen Wutausbrüchen.
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