Erwin Panofsky

Erwin Panofsky: Korrespondenz 1910 bis 1968

Eine kommentierte Auswahl in fünf Bänden. Band 3: 1950-1956

Klappentext

Herausgegeben von Dieter Wuttke. Erwin Panofsky (1892-1968) war einer der bedeutendsten und einflussreichsten Kunsthistoriker und Kulturwissenschaftler des 20. Jahrhunderts. Schon seinen Generationsgenossen galt er als "Einstein der Kunstgeschichte". Bis 1933 lehrte er als der erste Ordinarius seines Faches an der Universität Hamburg. Dort stand er in engem Kontakt mit der Kulturwissenschaftlichen Bibliothek Warburg, als deren Botschafter er bereits 1931 einer Einladung nach New York folgte. Nach der erzwungenen Emigration wurde er 1935 zum ständigen Mitglied des Institute for Advanced Study in Princeton berufen. Der vielumworbene und vielgeehrte, gelegentlich auch erneut gefährdete Gelehrte hielt Princeton als Mittelpunkt seines Lebens und Wirkens bis zu seinem Ende die Treue. Weltweit mögen ca. 27000 Briefe von und an Panofsky erhalten sein. Ca. 24000 davon hat der Herausgeber in öffentlichen und privaten Archiven diesseits und jenseits des Atlantiks in vieljähriger Arbeit aufgespürt und daraus mehr als 3000 zur Publikation ausgewählt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.06.2007

Höchst erfreut zeigt sich Rezensent Willibald Sauerländer über diesen voluminösen Band mit der Korrespondenz des weltberühmten Kunsthistorikers Erwin Panofsky von 1950 bis 1956, den Dieter Wuttke herausgegeben hat. Er würdigt den Fleiß und die philologische Akkuratesse des Herausgebers, der 2021 Briefe ausgewählt und den Band zudem mit einem ausführlichen Anhang mit Dokumenten, Verzeichnissen, Registern versehen hat. Auch wenn er von der Veröffentlichung einiger Briefe allzu privaten Inhalts abgesehen hätte, preist er die Lektüre des Bands als "seltenes Vergnügen", denn aus den Briefen spricht für ihn eine "Witz und Vernunft sprühende Heiterkeit". Beeindruckt ist Sauerländer von der intellektuellen Vielseitigkeit Panofskys, der mit Wolfgang Pauli die Teilbarkeit oder Unteilbarkeit von Materie und Raum ebenso diskutierte wie das philosophisch-theologische Problem des Bösen, sich mit Alexandre Koyre über Galilei austauschte, oder mit dem Romanisten Leo Spitzer Mörikes Gedicht "Auf eine Lampe" besprach. Auch die "einzigartige Atmosphäre" des Instituts von Princeton sei in diesem Band wunderbar eingefangen. Schließlich hebt Sauerländer Panofskys Eintreten für die geistige Freiheit während der antikommunistischen Hexenjagd der McCarthy-Ära hervor.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 08.02.2007

Als "editorische Meisterleistung" feiert Rezensent Horst Bredekamp den dritten Band von Erwin Panofskys Korrespondenzen, der für ihn im Verbund mit den vorangegangenen Bänden nun eine der "ertragreichsten Briefedition" zu einem "deutschsprachigen Forscher des 20. Jahrhunderts" ist. Als Leser dieser etwa 700 Briefe werde man nicht nur Zeuge bewegender persönlicher Geschichten und innerer Krisen, sondern erlebe auch plastisch, wie stark dieser bedeutende Kunsthistoriker von vielen politischen Ereignissen seiner Zeit ganz persönlich betroffen war. Im Übrigen werfe der Band Licht auf die Rolle, die Personen wie Albert Einstein oder Ernst Kantorowicz, aber auch Panofskys Hund Jerry auf sein Denken und Schaffen hatten, erfahre, in welch unüberwindbarem Ausmaß es dem aus Deutschland Vertriebenen unmöglich gewesen sei, in dieses Land je zurück zu kehren.