Bov Bjerg

Auerhaus

Roman
Cover: Auerhaus
Blumenbar Verlag, Berlin 2015
ISBN 9783351050238
Gebunden, 240 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Sechs Freunde und ein Versprechen: Ihr Leben soll nicht in Ordnern mit der Aufschrift Birth - School - Work - Death abgeheftet werden. Deshalb ziehen sie gemeinsam ins Auerhaus. Eine Schüler-WG auf dem Dorf - unerhört. Aber sie wollen nicht nur ihr Leben retten, sondern vor allem das ihres besten Freundes Frieder. Denn der ist sich nicht so sicher, warum er überhaupt leben soll. Bov Bjerg erzählt von Liebe, Freundschaft und sechs Idealisten, deren Einfallsreichtum nichts weniger ist als Notwehr gegen das Vorgefundene. Denn ihr Ringen um das Glück ist auch ein Kampf um Leben und Tod.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.01.2016

Alex Rühle feiert Bov Bjergs "Auerhaus" als einen der besten Romane über die selige Zeit kurz vor dem Erwachsenwerden, die unsere Gegenwart überhaupt zu bieten habe. Bjerg erzählt die Geschichte einiger eher labiler Jugendlicher, die zusammen in ein leerstehendes Haus in der schwäbischen Provinz ziehen, nachdem einer von ihnen versucht hat, sich umzubringen, fasst der Rezensent zusammen. Das Lebensgefühl der Gruppe, die sich nach und nach sogar vergrößert, findet Rühle so einnehmend beschrieben, dass er am liebsten mit eingezogen wäre - und dass er das Buch ein zweites mal lesen musste, um zu sehen, ob die Geschichte nicht doch ein gutes Ende nehmen könnte.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 12.12.2015

Spürbar größte Freude hat diese in den späten Achtzigern angesiedelte Coming-of-Age-Geschichte, die Bov Bjerg in Sichtweite zu Herrndorf, Salinger und Plenzdorf erzählt, dem Rezensenten Hans Hütt bereitet. Der spricht gar von einem geradezu filmischen Vergnügen, für das er sich eine Leinwand-Umsetzung von den Coen-Brüdern, Andreas Dresen oder Hans-Christian Schmid wünscht, weisen die genannten Filmemacher doch ähnliche Sensibilitäten für den Ton einer Zeit auf. Heutige Jugendliche mögen sich über die damalige Lebensrealität der Jugendlichen wundern, spekuliert der Kritiker, dem es schlicht den Atem verschlägt, was für literarische Methoden Bjerg hier entwickelt: "Er erzählt vom Erwachsenwerden im A-cappella-Ton".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.11.2015

Zwei Romane stellt Jan Wiele vor, die einige Gemeinsamkeiten haben: Sie erzählen vom Aufwachsen in der deutschen Provinz in den 80er Jahren, der Tod spielt eine Rolle und in beiden Fällen pflegen die Autoren eine Prosa der äußersten Verknappung, die Wiele manchmal vielleicht eine Spur zu pointiert, im großen und ganzen aber doch beeindruckend treffend und amüsant findet. Bov Bjergs Roman "Auerhaus" (eine schwäbische Verballhornung des Madness-Songs "Our House) spielt in einer WG in der süddeutschen Provinz, die von ihrem spießigen Elternhaus entfliehenden Abiturienten bevölkert ist. Einer ist dabei, Frieder, der bereits einen Selbstmordversuch hinter sich hat und ahnen lässt, dass es nicht sein letzter sein wird. Diese Geschichte grundiert eine Erzählung über Jugend, Musik, Sex und Liebe mit unerwarteter Melancholie, erzählt der Rezensent, dem diese Mischung sichtlich gefallen hat.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 26.11.2015

Nach der Lektüre von Bov Bjergs zweitem Roman "Auerhaus" wäre Rezensent David Hugendick am liebsten selbst noch einmal jung. So herrlich sentimental und klug erzählt der Autor von der Freiheit der Jugend, schwärmt der Kritiker, der selten einen so guten Roman über das Erwachsenwerden gelesen hat. Entsprechend angetan folgt er hier dem achtzehnjährigen Höppner, der mit seinen Freunden Anfang der Achtziger Jahre in einer WG im Auerhaus lebt, sich vor Realitäten wie Abitur und Musterung verbarrikadiert und mit seinen eigensinnigen Kumpanen über alles und nichts diskutiert. Wie ökonomisch, blitzgescheit, nüchtern und witzig Bjerg von den Illusionen der jungen Leute erzählt, dabei immer wieder wunderbar leichte Bilder entwirft, ringt dem Kritiker höchste Anerkennung ab.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 18.07.2015

Erschüttert zeigt sich Peter Praschl von diesem Buch, weil es ihm bewusst macht, wie viel mit der viel zu kurzen Jugend verloren ist. Schande, ruft er. Die Lektüre von Bov Bjergs Roman aber lässt ihn ganz unnostalgisch erinnern, weil es ein gutes Buch ist, wie er findet. Bockig sei es, aber auf stille Weise, wie sein Ich-Erzähler, der Abiturient Höppner, meint Praschl, mit einem Ton, unrhetorisch und gut sitzend. Für Praschl Pop vom Feinsten über die Magie des Erwachsenwerdens.
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