Bert Hoppe

Auf den Trümmern von Königsberg

Kaliningrad 1946-1970
Oldenbourg Verlag, München 2000
ISBN 9783486645804
Broschiert, 166 Seiten, 20,45 EUR

Klappentext

Nach der Eroberung von Königsberg durch die Rote Armee am 9. April 1945 und der Einverleibung des nördlichen Ostpreußen in die UdSSR hatten sich die neuen Machthaber zum Ziel gesetzt, aus Königsberg eine sowjetische Stadt zu machen. Neben dem Bevölkerungsaustausch und der Umbenennung in Kaliningrad im Juli 1946 kam der architektonischen Umgestaltung der stark zerstörten Stadt dabei eine zentrale Bedeutung zu. Bert Hoppe beschreibt und analysiert die Verzahnung von Architektur- und Identitätspolitik sowie die ihr zugrundeliegenden Konzepte, Pläne und Umgestaltungsmaßnahmen auf einer breiten Quellenbasis, die insbesondere auf Akten aus Kaliningrader Archiven fußt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 02.07.2001

Kaliningrad, vielen als Königsberg geläufiger, hat eine wechselvolle Stadtgeschichte. 700 Jahre symbolisierte der Ort die deutsche Präsenz an der Ostsee, was nicht zuletzt am einst historischen Stadtbild erkennbar war, schreibt der Rezensent mit dem Kürzel "ruh". Dem wollten die Sowjets ein Ende setzen und waren darum sehr bemüht, die Stadt zu verändern. Die Studie von Bert Hoppe beleuchte diese Bemühungen sehr genau, lobt der Rezensent. Der Autor habe für seine Untersuchung örtliche Quellen herangezogen und die Diskrepanzen zwischen ideologischen Vorgaben und Sachzwängen des Neuaufbaus, die Diskussion über den Umgang mit historischer Bausubstanz, die unterschiedlichen Phasen in der Auseinandersetzung mit der deutschen Vergangenheit sowie die Konflikte zwischen Ortsregierung und russischer Zentralmacht nachgezeichnet. Angesichts der jüngsten Öffnung der Stadt gen Westen, denkt "ruh", ist diese Studie eine wichtige Grundlage für die weitere Stadtentwicklung von Kaliningrad.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 10.08.2000

Klaus Bednarz ist sehr angetan von der Dokumentation, die die Entwicklung vom früheren Königsberg zum heutigem Kaliningrad nachzeichnet. Da Kaliningrad bis zur Perestroika für Ausländer nicht betretbar war und die Archive der Stadt sich erst jetzt, wenigstens zum Teil, öffnen, könne einiges "Vermutete" endlich dokumentiert und "Unbekanntes und Aufregendes" entdeckt werden, so der Rezensent begeistert. Dafür sei der Autor zu preisen, der in seiner genauen Untersuchung der stadtplanerischen Umgestaltungen und architektonischen Auseinandersetzungen die nun endlich zugänglichen Quellen überzeugend auswerte.
Mehr Bücher aus dem Themengebiet