Aus dem Italienischen von Michaela Wunderle.Das jüdische Leben im achten Bezirk Budapests ist mittlerweile nahezu erloschen - und damit eine Geschichte und Kultur, deren wenige Überlebende heute über die ganze Welt verstreut sind. Ironisch und leidenschaftlich lassen die Autoren, die 1956 als Achtzehnjährige ihre Heimat verließen, das Budapest der 40er und 50er noch einmal aufleben, das Milieu der kleinen Leute, rund um den Teleki-Platz, die erst vom Nationalsozialismus und dann vom Stalinismus heimgesucht wurden.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 06.05.2000
Katharina Döbler hat diese Erinnerungen mit Wehmut gelesen, denn das jüdische Leben im achten Bezirk von Budapest, von dem die beiden Brüder hier erzählen, ist so gut wie versunken - sie überlebten die Nazizeit in der Synagoge von Budapest, die unter schwedischem Schutz stand. 1956, als der stalinistische Terror die Existenzen der jüdischen Kleinhändler zerstörte, mussten sie dann endgültig aus Ungarn emigrieren. Der Zauber des Buchs verdankt sich nach Döbler der Bescheidenheit der Autoren, durch die die Figuren - etwa die ungeheuer dicke und offensichtlich ziemlich finstere Großmutter der beiden - um so plastischer aufscheinen.
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