Aus dem Englischen von Thomas Wollermann, Bernhard Jendricke und Barbara Steckhan. Wie wirkte die innerdeutsche Grenze auf den Westen? Das "Zonenrandgebiet" - entstanden mit der deutschen Teilung, verschwunden mit der Wiedervereinigung. Dieser 40 Kilometer breite Gebietsstreifen, der sich entlang der innerdeutschen Grenze von der Lübecker Bucht bis nach Bayern erstreckte, war die sensibelste Region der alten Bundesrepublik. Er hinkte dem "Wirtschaftswunder" hinterher, sollte aber zugleich im ideologischen Konflikt mit der DDR als Schaufenster die Vorzüge des bundesdeutschen Systems veranschaulichen. Hier wird seine Geschichte zum ersten Mal erzählt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.07.2022
Rezensentin Jacqueline Boysen entdeckt im Buch der Historikerin Astrid M. Eckert unterhaltsamen und lehrreichen Lesestoff. Die Kontroversen und Differenzen zwischen Ost- und Westdeutschland treten in Eckerts Untersuchung des 1400 Kilometer langen Zonenrandgebiets und seiner sozialen, wirtschaftlichen und umweltpolitischen Entwicklungen entlang der deutsch-deutschen Grenze eindrücklich zutage, findet sie. Wie DDR und BRD hier um Abwässer, Umweltschutz und wirtschaftliche Belange rangen, wie sich der Antiatomprotest von Gorleben entwickelte und Heinz Sielmann und Uwe Barschel das Potenzial des "grünen Bandes" erkannten, erzählt die Autorin laut Boysen mit viel Gespür fürs Originelle und wenig Bekannte. Dass die Sicherheitsarchitektur im Buch etwas zu kurz kommt, merkt Boysen zwar kritisch an, kann es aber verschmerzen.
Rezensent Martin Hubert bekommt mit dem Buch der Historikerin Astrid M. Eckert lebendige Vergangenheitsaufarbeitung. Über das "Zonenrandgebiet" entlang der innerdeutschen Grenze informiert Eckert aus westlicher wie aus östlicher Sicht in politischer, ideologischer, ökologischer und kultureller Hinsicht, so Hubert. Die Recherchearbeit der Autorin in historischen Quellen und Archiven lobt Hubert ebenso wie die Anschaulichkeit der Studie mit zeitgenössischen Reportagen, Bildern und Kartenmaterial. Das Zonenrandgebiet - viel mehr als nur ein unterentwickelter Raum, erkennt der Rezensent.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.05.2022
Rezensent Ralf Husemann erfährt von der Historikerin Astrid M. Eckert Wissenswertes über die erst 1994 eingestellte Zonenrandförderung und ihre Begleitumstände. Was die Autorin aus verschiedenen Archiven zum Thema zusammenträgt und wie sie es aufbereitet, spannend, ja unterhaltsam, versetzt den Rezensenten in Staunen. So schüttelt Husemann angesichts der im Band auch erörterten ökologischen Sünden der DDR den Kopf oder schaut verblüfft auf das "Hauen und Stechen" zwischen Ruhrpott und den großzügig geförderten Zonenrandgebieten, wie es Eckert hier schildert.
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