Arye Sharuz Shalicar

Ein nasser Hund ist besser als ein trockener Jude

Die Geschichte eines Deutsch-Iraners, der Israeli wurde
Cover: Ein nasser Hund ist besser als ein trockener Jude
dtv, München 2010
ISBN 9783423247979
Gebunden, 239 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

Seine Familie kam aus dem Iran. Er wuchs in Berlin auf. Er interessierte sich überhaupt nicht für seine Herkunft. Auch regelmäßige Besuche bei Verwandten in Israel änderten daran nichts. Nach dem Umzug in den von muslimischen Zuwanderern geprägten Berliner Stadtteil Wedding änderte sich jedoch alles. Hass auf Israel und die Juden ist an der Tagesordnung. An den Häuserwänden stehen entsprechende Parolen. Als sich herausstellt, dass Arye Jude ist, wird er zur Zielscheibe dieses Hasses. Da ist er 15 Jahre alt. Mithilfe eines befreundeten Kurden gelingt es ihm, sich in der Welt der Jugendgangs "hochzuarbeiten". Nur mühsam kann er sich aus dieser Welt wieder lösen. Er beginnt, sich mit seiner jüdischen Herkunft auseinanderzusetzen. Er erfährt von seinen Eltern, welchen Verfolgungen die Juden im Iran ausgesetzt waren, wo "ein nasser Hund" besser war "als ein trockener Jude". Das Gefühl der Nichtzugehörigkeit wächst. Schließlich wandert Arye nach Israel aus. "Für die Deutschen war ich ein Kanake, für die Moslems ein Jude, für die Juden ein krimineller Jugendlicher aus dem Wedding."

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.12.2010

Arye Sharaz Shalicar erzählt in seinem Buch die bittere Geschichte eines Jugendlichen, der in Berlin gleich doppelt keine Chance hatte. Als Sohn iranischer Einwanderer wächst er im Berliner Wedding auf und macht Karriere in der Gang Black Panthers. Allerdings bleibt auch im Gangland sein Status prekär, denn Shalicar ist kein Muslim, sondern ein Jude, der nur dank der Protektion seines kurdischen Freundes unangetastet bleibt. Für die einen ist er der Jude, für die anderen der kriminelle Ausländer. Mit 22 Jahren ist Shalicar nach Israel gegangen und dort inzwischen Sprecher der Armee. Auch so können Einwandergeschichten ausssehen. Cornelia Fiedler hat dieses Buch offensichtlich sehr beeindruckt gelesen, sie attestiert ihm eine besondere Eindringlichkeit; allerdings stört sie sich an mangelndem Lektorat und einer Rhetorik, die sie als "brachial-nachdenklich" bezeichnet.
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