Was ist der Hintergrund des Aufruhrs in der arabischen Welt? Woher kommt der Zorn der jungen Männer? Auf der Suche nach Erklärungen für dieses Phänomen vergleicht Heiner Mühlmann die arabische mit der europäischen Kultur und kommt zu eindeutigen Ergebnissen: Es ist die Übermacht der Männern im Alter von 15 bis 29 Jahren, deren Aggressionspotential durch die generationenübergreifende arabische Sexualmoral angefacht wird. Dieses Aggressionspotential scheint messbar, seine Folgen determiniert zu sein. Der Vergleich führt aber auch zu interessanten Erkenntnissen über die europäische Kultur.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.02.2012
Thomas Thiel stört sich gewaltig an den überspitzten Thesen, die Heiner Mühlmann in seinem Buch “Die Natur der arabischen Kultur" darlegt. Der Karlsruher Kulturtheoretiker versucht sich in einer “genetischen Kulturtheorie", die von naturwissenschaftlichen Grundsätzen der Neurowissenschaft und der Genetik ausgehend auf kulturelle Prägung zu schließen sucht. Schon hier sieht der Rezensent einen “grauen Punkt" in der Argumentation, noch schwieriger wird es, wenn der Autor von dort auf “politische und gesellschaftliche Denkkategorien" kommt. Auch Mühlmanns Beurteilung der arabischen Kultur als der weniger weit entwickelten im Vergleich zum Westen, erscheint Thiel problematisch. Trotzdem hat er mit so steilen Thesen, nach denen alle Araber auf Dschihad und Scharia gepolt seien, während der Westen sein “teuflisches Finanzsystem" als Waffe verwende, seine Mühe. “Binnendifferenzierung und gegenseitige Durchdringung" der Systeme sind jedenfalls Mühlmanns Sache nicht, erkennt Thiel, der sich mit dem “Eskalationsstil" des Autors nicht anfreunden kann.
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