Aris Fioretos, Durs Grünbein

Verabredungen

Gespräche und Zwischenspiele über Jahrzehnte
Cover: Verabredungen
Suhrkamp Verlag, Berlin 2013
ISBN 9783518423882
Gebunden, 252 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Wenige Jahre nach dem Fall der Mauer: Ein deutscher Dichter und ein schwedischer Romancier lernen sich kennen, schließen Freundschaft. Beide am Anfang ihrer schriftstellerischen Laufbahn, beide aber in den zeitgenössischen Debatten zu Hause, den ästhetischen, weltanschaulichen, politischen. Beide weder ortsgebunden noch ortsfest, ständig auf Reisen hin und her. Wo immer ihre Wege in den folgenden zwanzig Jahren sich treffen in der Wüste von Las Vegas oder in der ehemaligen Wohnung eines RAF-Anwalts in Berlin , sie verwickeln sich in Gespräche, zeichnen sie auf. Sechs davon sind hier dokumentiert: Kreuz- und Querzüge, vorgeschobene Positionen, mutwillige Kontroversen, geistesgegenwärtige Schlagabtäusche, gut gelaunte Stimmen, die einander mit Volten und Finten überraschen. Aber auch nach den Trennungen, aus der Ferne, hört ihr Dialog nicht auf. Pointiert, im Austausch von Postkarten, stellen sie Fragen und geben Antworten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 19.12.2013

Rezensent Arno Widmann schätzt die Intelligenz, das Wissen und den seltenen Witz des Dialogs, den die Schriftsteller Aris Fioretos und Durs Grünbein zwischen 1995 und 2013 geführt haben. Es geht um den Bogen der Elbe bei Dresden, um Ezra Pound und um das Grauen. Widmann aber geht es vor allem um den Schwung des Denkens, erfreulich spürbar für ihn, obwohl die Wechselrede der beiden Dichter und Denker ihn immer wieder unterbricht oder Grünbeins "Lehrer-Lämpel-mäßiges" Auftrumpfen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 03.12.2013

Rezensent Helmut Böttiger muss ja doch etwas schlucken, angesichts der beiden brillanten, schlagfertigen Gesprächspartner, die sich immer wieder getroffen haben, um über Literatur zu sprechen. Ab Oktober 1995 lief der Kassettenrekorder mit. Ezra Pound und Kafka kommen vor, die Farbe Grau spielt beim ostsozialisierten Grünbein eine ebenso große Rolle wie beim westsozialisierten Fioretos. Der Dialog wird immer wieder abgelöst durch "freie Improvisationen", die den Rezensenten an Jazz-Solos erinnern. Dass manches im Nachhinein bearbeitet wurde, stört ihn überhaupt nicht. Die Funken sprühen und lösen beim Rezensenten einen kleinen Rausch aus.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.11.2013

Etwas mehr Tiefe, weniger intellektuelle Höhe hätte sich Christian Metz von diesem Gedankenaustausch zwischen Durs Grünbein und Aris Fioretos gewünscht, den die beiden Schriftsteller über Jahre hinweg an ausgeklügelten Orten in der Wüste oder von Türmen herab geführt haben. Wer einem funkenschlagenden, höchst artifiziellen. mitunter mit unfreiwilliger Komik überzuckerten Wissens- und Metaphernwettbewerb in Sachen Literatur und Welterklärung beiwohnen möchte, wird laut Metz hier gut bedient. Wer allerdings über die beiden befreundeten Kontrahenten oder etwa über ihr Werk Näheres erfahren möchte, bleibt, das gibt der Rezensent gleichfalls zu bedenken, leider unbeschenkt.

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