Annette Rink

Das Schwert im Myrtenzweige

Antikenrezeption bei Carl Schmitt
Cover: Das Schwert im Myrtenzweige
Karolinger Verlag, Wien 2000
ISBN 9783854180944
Broschiert, 189 Seiten, 23,52 EUR

Klappentext

Ein Dialog in der Nachfolge Platons entfaltet aus der Sicht zweier Altertumswissenschaftlerinnen das Schaffen des berühmten Staatsrechtlers, der sich als "Römer" gerne mit antikem Bildungsgut schmückte. Was glauben die Damen denn so entdeckt zu haben? Heimliche Gedanken über das Matriarchat (in den "Schattenrissen", einem Jugendwerk Schmitts), unbedingte Befürwortung der Führergewalt schon vor "Der Führer schützt das Recht" (in den "Drei Arten rechtswissenschaftlichen Denkens", in denen Pindars "Nomos Basileus", ein Hymnus auf das Recht des Stärkeren, als Argumentationshilfe benutzt wird), das Votum für die Amnestie der in Nürnberg Angeklagten mit einem listigen Verweis auf Sallusts "Catilina", die ideologische Abstützung des homogenen Staatsvolkes mit Verweis auf Aristoteles' "Sklaven von Natur". Die beiden gelehrten Damen können ihre Nähe zur Schule kaum verbergen: Sie sind amüsant, gelehrt und bieten in ihrer Schmitt-Kritik nebenbei einen Streifzug durch antike Kultur, Politik und Geschichte. Dass Schmitt dabei auch zu strenge Zensuren kommt, mag hingehen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.01.2001

Inspiriert durch das Buch, das seine Überlegungen zur Antikenrezeption bei Carl Schmitt in Form eines Dialogs zweier Freundinnen darstellt, tritt Rezensent Wolfgang Schuller in ein Gespräch mit Carl Schmitt und legt ihm, trotz einiger Kritik, das Buch zur Lektüre ans Herz. Zwar sei es seiner Form wegen kein "wirklich wissenschaftliches Werk", und es hätten sich auch kleinere und größere sachliche Fehler und Ungenauigkeiten bei den Zitaten gefunden. Andererseits preist der Rezensent seinem Gesprächspartner das Buch wegen seines "nützlichen Verzeichnisses" Schmittscher Zitate und seiner interessanten Thesen an, auch wenn er nicht immer mit der Autorin übereinstimmt. Zum Schluss ist der Dialogpartner des Rezensenten derartig neugierig auf den Text über sich selbst geworden, dass er nicht länger warten will: "Geben Sie her!".