Annette Kolb ist bekannt als Romanautorin, als Kämpferin für die deutsch-französische Verständigung und als Verfasserin von Musikerbiografien. Sie war aber auch eine versierte Briefschreiberin, die mit zahlreichen bedeutenden Zeitgenossen im Austausch stand. Unter den Briefpartnern finden sich Rilke, Hesse und René Schickele, Thomas, Erika und Klaus Mann, Carl Jacob Burckhardt, Hermann Kesten, Dorothy Thompson und viele mehr. Diese Auswahlausgabe zeigt Annette Kolb als kritische Zeitzeugin, scharfzüngige Kommentatorin und als großherzige Freundin.
Matthias Kußmann nimmt den vorliegenden Briefband als Einladung, Annette Kolb, ihr Leben und Werk neu zu entdecken. Kolb erscheint ihm in den Briefen als überzeugte Europäerin, Pazifistin und Schriftstellerin, die mit den großen Literaten und Politikern ihrer Zeit gut vernetzt war. Für Kußmann bieten die locker geschriebenen, thematisch sprunghaften rund 140 Briefe aus den Jahren 1906-1967 daher auch ein Panorama deutscher Geschichte, in dem Kolbs Arbeit, ihre Gedanken über Musik und Lektüre, ihre Geldnöte und ihr Spott neben ihrer Flucht vor den Nazis und ihren Jahren im Exil stehen.
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