Anja Bayer, Daniela Seel (Hg.)

all dies hier, Majestät, ist deins: Lyrik im Anthropozän.

Anthologie
Cover: all dies hier, Majestät, ist deins: Lyrik im Anthropozän.
Kookbooks Verlag, Berlin 2016
ISBN 9783937445809
Gebunden, 333 Seiten, 22,90 EUR

Klappentext

Klimawandel, Fortschrittsglaube, Ressourcenausbeutung, Verlust der Biodiversität, Plastikmeere, Megacitys, Bevölkerungswachstum, Machbarkeitswahn ... - spätestens seit den 1950er Jahren verändern wir die Erde auf unwiderrufliche Weise. In der Wissenschaft wird seit einiger Zeit die Frage diskutiert, ob sich die vom Menschen hervorgerufenen Veränderungen in geologischer Form niederschlagen und so langfristig sind, dass das Menschenzeitalter bereits ein neues Erdzeitalter ausgelöst hat.
Die Anthologie "Lyrik im Anthropozän" versucht eine Bestandsaufnahme lyrischen und experimentellen Schreibens vor dem Horizont geologischer Zeit und daraus resultierenden Fragen. Gibt es schon so etwas wie eine poetische Ästhetik des Anthropozäns? Vielleicht eine erneuerte Form von Naturlyrik oder Ecopoetics für das 21. Jahrhundert? Oder wie könnte sie aussehen, sich lesen?
In Kooperation von kookbooks und dem Deutschem Museum in München und im Rahmen der dortigen Ausstellung "Willkommen im Anthropozän. Unsere Verantwortung für die Zukunft der Erde" soll so ein kritischer, möglichst heterogener Lyrikband zu unserer Gegenwart in ca. 150 Gedichten entstehen, begleitet von drei Essays von Helmuth Trischler, Historiker und Forschungsleiter im Deutschen Museum, und den Literaturwissenschaftlern Axel Goodbody und Markus Wilczek.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.08.2016

Philipp Bovermann erfährt etwas anderes als romantische Natur- oder Ökolyrik mit dem von Anja Bayer und Daniela Seel herausgegebenen Band, der aktuelle Dichterstimmen vereint, die sich dem Anthropozän zuwenden. Heterogen, mit drei Essays eingeführt, locker geordnet unter Begriffe wie "vom Aussterben" oder "Wildnis Polis Wüste" geben die Texte dem Rezensenten einen sprachlichen Eindruck vom Anthropozän. Das gelingt laut Bovermann, da die Poesie gar nicht erst vom Subjekt einer Erzählstimme ausgehen und Natur als Äußeres wahrnehmen muss, sondern eintaucht in fossile Formationen oder die Sprachlosigkeit der Natur. Wie die Texte im Band den Begriff des Anthropozän an die tägliche Lebenswelt zurückkoppeln, findet Bovermann spannend.
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