München, Mitte der 1990er Jahre: Tobias Lehnert hat gerade sein Studium beendet. Doch nun? Wie wird sein Leben weitergehen, zwischen Konzerten von Punkbands, dem Job in einem Flüchtlingsheim und der vagen Aussicht auf eine Doktorarbeit? Seine Rituale und Sehnsüchte findet Tobias in den Artikeln in der Zeitschrift "Vorn" wieder, der Jugendbeilage einer großen Tageszeitung. Nach einigem Zögern schreibt er einen Beitrag über die Magie des Flipperspielens - und ist wenig später fester Autor des Magazins. Seine Freundin Emily, am Anfang noch angetan von Tobias' Eintritt in die Redaktion, beobachtet immer argwöhnischer, wie ihn seine Begeisterung für das Heft mitreißt. Spätestens als er sich in der Redaktion in Sarah verliebt, beginnt Tobias zu begreifen, dass er in eine völlig neue Welt geraten ist - eine Welt, deren Schauplätze und Freundeskreise mit den alten nichts mehr zu tun haben. Ein Riss tut sich auf zwischen seinem früheren und seinem jetzigen Leben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.03.2010
Nicht einmal ein müdes Lächeln entlockt Andreas Bernhards Debütroman "Vorn" über seine Zeit als Redakteur des SZ-Jugendmagazins "Jetzt" der Rezensentin Sandra Kerschbaumer. Über die Lebensform einer trendigen Redaktion ist man bereits hinlänglich informiert worden, meint die Rezensentin, die deshalb die minutiösen Aufzeichnungen aus dem Redaktionsalltag, die zudem jegliche kritische Distanz oder Selbstironie vermissen lassen, schlichtweg banal findet. Da kann dann auch die Sinnkrise, die das Alter Ego des Autors ergreift, nichts mehr für den Roman tun, dem es insgesamt an Tiefgang gebricht, wie Kerschbaumer deutlich durchblicken lässt.
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