Hans Falladas unveröffentlichte Geschichten.
Welch ein Fund: Von den Erzählungen, die Hans Fallada im Laufe seines Lebens geschrieben hat, sind über zwanzig bedeutende Texte den Lesern unbekannt, da sie noch nie veröffentlicht wurden oder direkt für eine Zeitschrifte verfasst waren. Sie zeigen den vertrauten Autor in Hochform und lassen uns zugleich neue Seiten an ihm entdecken.
Diese Geschichten aus vier Jahrzehnten führen in Falladas Welten - zu gefährlichen Büchern und glücklichen Schreibstunden, zu einer Bestatterin mit ungewöhnlicher Vorliebe, zu einem alten Pott in der U-Bahn, der unerwartet zur Liebeserklärung wird, und zu einer jungen Liebe, die sich zwischen den Trümmern der Nachkriegszeit behaupten muss.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.01.2018
Rezensent Tilman Spreckelsen kann dem Schriftsteller Hans Fallada beim Werden zusehen in diesen 27, teilweise erstmals aus dem Nachlass publizierten kurzen, eher unbekannten Texten aus allen Schaffensphasen des Autors. Ursprünglich für Zeitungen und Magazine verfasst, jedenfalls Gelegenheitsarbeiten, wie Spreckelsen feststellt, überzeugen sie den Rezensenten nicht immer. So aufregend und intensiv die enthaltene Skizze über den gescheiterten Doppelselbstmord Falladas und seines Freundes Spreckelsen erscheint, so sehr vergreift sich der Autor laut Rezensent in anderen Texten im Ton.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.01.2018
Literarische Bravourstücke sind in diesem Band mit unbekannten Erzählungen Hans Falladas kaum zu entdecken, warnt Rezensent Jens Bisky. Wo Falladas Romane durch ihre Mischung aus "Sentimentalität und Sachlichkeit" bestechen, erscheinen ihm die kurzen Stücke oft bemüht, ja "halbgar". Dennoch attestiert der Kritiker dem von Peter Walther editierten und kundig kommentierten Band einen gewissen Reiz: Er liest die meist autobiografisch gefärbten Erzählungen, Selbstauskünfte und Skizzen als spannendes Dokument eines abenteuer- und abwechslungsreichen Schriftstellerlebens, getrieben vom Drang zu schreiben. Nicht zuletzt freut sich Bisky über Fundstücke wie die titelgebende Erzählung "Junge Liebe zwischen Trümmern" oder Falladas kurz vor seinem Tod verfassten Vortrag über seine Entwicklung zum Schriftsteller.
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