Klaus Schlesinger

Die Seele der Männer

Berliner Geschichten
Cover: Die Seele der Männer
Aufbau Verlag, Berlin 2003
ISBN 9783351029654
Gebunden, 367 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Am Ende seines Lebens begann Klaus Schlesinger einen seiner leichtesten, lebensfrohesten Romane. Er hat neunzig jener ausgefeilten Seiten hinterlassen, wie nur er sie schreiben konnte, und aus denen man das Geheimnis um die Seele der Männer bereits erahnen kann. Es ist die Geschichte von Brehm, der noch kein Mann ist, obgleich er manchmal so tut. Besonders, wenn es um Frauen geht, setzt er seinen lässigsten Tonfall ein und sagt, er könne an jedem Finger zehn haben. Aber woher wisse man, welche die richtige ist? Die mehr oder weniger praktischen Ratschläge seiner Kumpel und Kollegen helfen ihm bei diesem Problem so wenig wie bei manchem andern.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 19.07.2003

Um "Sozialismus, Schrullen und Liebe" geht es nach Ansicht von Roman Luckscheiter in Klaus Schlesingers Band "Die Seele der Männer", der Erzählungen, ein Romanfragment und ein Gespräch des 1979 aus dem Schriftstellerverband der DDR ausgeschlossenen und in die BRD übersiedelten, vor drei Jahren verstorbenen Schriftstellers versammelt. Schlesingers Erzählungen handeln von den gewaltsamen Absurditäten der deutschen Geschichte und verknüpfen private Trennungs- mit politischen Teilungserfahrungen, kindliche Sehnsüchte mit den herben Enttäuschungen des Erwachsenwerdens, schreibt Luckscheiter. In seinem nachgelassenen Romanfragment "Die Seele der Männer" karikiere Schlesinger ganz offen die "staatlichen Sinnangebote", mit denen die einfachen Menschen nicht viel anfangen können. Hier setze Schlesinger der "Politik des Arrangements" einfach "die Willkür der Liebe" entgegen. Denn wenigstens die, so Luckscheiter, "duldet keine Widersprüche".

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 20.03.2003

Dass Klaus Schlesinger mit Reportagen angefangen hat, merkt man auch diesem postum veröffentlichten Band an, bemerkt Martin Krumbholz. Ganz nüchtern gebe der Autor in ihnen seine Erfahrungen mit der frühen DDR wieder. Besonders hebt Krumbholz die gänzlich undramatische Erzählung einer Republikflucht hervor. Auch in der Geschichte über den Kolonialwarenladen der Witwe Wolzka sieht Krumbholz Schlesingers einfaches Erzählen in Reinform. Und weil er an all dem nichts auszusetzen, kann seine kurz Kritik wohl als kurze Empfehlung gelesen werden.