Das Buch versammelt kürzere Texte Sofris zu kulturellen und politischen Themen des Jahrhunderts, die zum Teil im Gefängnis geschrieben wurden (Sofri ist 1997 zu 22 Jahren Haft verurteilt worden): Dazu gehören Porträts u.a. von Elsa Morante, Pasolini, Natalia Ginzburg, Thesen zum Antisemitismus in der "Linken", historische und aktuelle Texte zum "Jahrhundert Sarajevos" von 1914 bis heute sowie Überlegungen zur eigenen Geschichte und zur Situation im Gefängnis. Der Band entstand auf Initiative der Übersetzer Martina Bartel, Michael Becker, Judith Elze, Susanne Grandel, Gertraude Grassi, Petra Kaiser, Martina Kempter, Peter Klöss, Walter Kögler, Maja Pflug, Gesa Schröder, Sigrid Vagt und Dagmar Zerbst.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.1999
Sofri, ehemals Mitglied der linksextremen Bewegung Lotta continua, sitzt nach einem umstrittenen Urteil wegen angeblichen Terrorismus` im Gefängnis. Volker Breidecker verweist in seiner sehr positiven Besprechung von Sofris Essays, wie sehr viele seiner Texte gewissermaßen aus der Perspektive dieses kleinen geschlossenen Raums geschrieben sind und wie sehr sie Sofri paradoxerweise zu Erkenntnis verhilft. Breidecker nennt als Beispiel Sofris Text über Platons "Höhlengleichnis", den er im Gefängnis schrieb - in den bunten Bildern seines Gefängnisfernsehers erkannte er Platons Schatten wieder. Breidecker bewundert aber auch Sofris Reportagen aus dem ehemaligen Jugoslawien, die für ihn "zum Besten" gehören, was darüber geschrieben wurde. Auch auf Sofris kritische Auseinandersetzung mit dem linken Antizionismus verweist der Rezensent.
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