Slavenka Drakulic

Als gäbe es mich nicht

Roman
Cover: Als gäbe es mich nicht
Aufbau Verlag, Berlin 1999
ISBN 9783351028763
gebunden, 207 Seiten, 15,24 EUR

Klappentext

Bei den Recherchen für ein Buchprojekt über im Balkankrieg vergewaltigte Frauen begegnete Slavenka Drakulic immer wieder dem Schweigen der traumatisierten Opfer. Nur in einem Roman, beschloß sie, könnte sie diesem stummen Leid eine Stimme geben, der die Welt zuhören muß.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 23.03.2000

Ein höchst "problematisches" Buch, meint Ursula März, das sich des Themas Vergewaltigung bosnischer Frauen in Romanform annehme. In redlicher Absicht geschrieben - im Resultat schiefgegangen. Für diesen Fehlschlag macht März verschiedene Faktoren dingfest: eine konventionelle Spannungsdramaturgie, die sich in diesem Fall der Fantasie der Täter überschreibe, sowie eine moralische Haltung, die auf Identifizierung mit dem Opfer setze und eine "Gefühlsnähe zu den Ereignissen" herstelle, die März als "unangemessen" empfindet. Statt diese Erfahrung als "unüberbrückbar zu markieren" ebnet Drakulic das Geschehen in unsere Erfahrungswelt ein. Falsche Spannung, falsche Nähe, falsche Herangehensweise, findet die Rezensentin.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.1999

Zutiefst beeindruckt schreibt Kristina Maidt-Zinke über dieses neue Buch der kroatischen Essayistin, in dem diese sich einmal mehr auf die Spuren der serbisch-bosnisch-kroatischen Kriege begibt und ihre Recherche nach den traumatischen Gewalterfahrungen mit den Mitteln der Fiktion aufarbeitet. Maidt-Zinke beschreibt die Kühle, die Distanz und die Diskretion, die es der Autorin ermöglichen, das Schicksal der S. zu schildern - sie gehört zu den von den Serben in speziellen Lagern systematisch vergewaltigten Frauen. Trost verspricht die Rezensentin, weil es Drakulic gelinge, den Krieg "auf der Ebene der Reflexion zu besiegen". Diese reflexive Kraft lasse es am Ende sogar logisch erscheinen, dass S. das Kind annehme, das sie in Folge der Vergewaltigungen bekommt.

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