Abraham Peck, Gottfried Wagner

Unsere Stunde Null

Deutsche und Juden nach 1945: Familiengeschichte, Holocaust und Neubeginn

Klappentext

Der Dialog zwischen Deutschen und Juden ist ein Minenfeld möglicher falscher Schritte. Auf jüdischer Seite können die persönlichen Aspekte dieser Geschichte unerträglichen Schmerz und große Wut hervorrufen, auf der deutschen Seite unzumutbare Schuldgefühle und Scham. Die Konstellation der Autoren unter diesen Bedingungen ist einzigartig: ein Sohn von zwei Holocaust-Überlebenden, den einzigen Mitgliedern zweier großer Familien, die am Leben geblieben waren, und der Sohn einer der berühmtesten und politischsten Familien Deutschlands, wagten den steinigen Weg des offenen Gespräches, um zu verstehen, wer sie auf Grund des Erbes ihrer jeweiligen Familiengeschichte sind und wer sie hoffen, trotz dieses Erbes, werden zu können. Den Autoren geht es um die Überwindung von Angst, Misstrauen, Hass und Schuldzuweisungen, die jede Form eines wirklichen Dialogs nach 1945 zwischen Deutschen und Juden der Zweiten und Dritten Generation unmöglich zu machen scheinen. Ziel ist, die eigenen Hinterlassenschaften des Holocaust besser zu begreifen. Dies ist für Wagner und Peck nur durch einen Dialog möglich, der beider Familiengeschichte als wesentlichen Teil historischer Erkenntnis begreift.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.10.2006

Dem Rezensenten Ludger Heid wird es schon ganz feierlich zumute, wenn er nur daran denkt, dass diese zwei Menschen, der Wagner-Nachfahre Gottfried Wagner und der Sohn zweier Holocaust-Überlebender Abraham Peck, zusammen ein Buch geschrieben haben, das ihre Familiengeschichten miteinander verbindet. Zusammen haben sie die "Stätten familiärer und deutscher Vergangenheit" bereist und ihr Bericht ist für den ergriffenen und beeindruckten Rezensenten ein Zeugnis des so schmerzlich ersehnten deutsch-jüdischen Dialogs, jenseits von Verdrängung und Beschönigung, der nur allzu deutlich macht, dass Weimar nicht ohne das benachbarte Buchenwald und Bayreuth nicht ohne Flossenbürg gedacht werden kann.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de