Otar Tschiladse

Otar Tschiladse, geboren 1933 in Sighnaghi, gilt als wichtigster georgischer Schriftsteller der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Zeitlebens engagierte sich der Lyriker, Dramatiker und Prosaautor für eine Eigenständigkeit Georgiens, gegen die fast zweihundertjährige Übermacht russischen, später sowjetischen Einflusses. Tschiladse, der in den neunziger Jahren zweimal für den Literaturnobelpreis nominiert war, galt bis zu seinem Tod 2009 als intellektuelle Autorität. Er beschäftigte sich in seiner schriftstellerischen Arbeit insbesondere mit den antiken Mythen und der kulturellen Anbindung Georgiens an Europa. Anknüpfend an die europäische Erzähltradition entfaltete er in seinen von einer eigenwilligen, poetisch-assoziativen Sprache geprägten Prosawerken einen epischen Atem, der in seinem Bild- und Symbolreichtum an den magischen Realismus erinnert. Seit 1980 werden seine Romane ins Deutsche übersetzt.

Otar Tschiladse: Der Garten der Dariatschangi. Roman

Cover: Otar Tschiladse. Der Garten der Dariatschangi - Roman. Matthes und Seitz Berlin, Berlin, 2015.
Matthes und Seitz Berlin, Berlin 2015
Aus dem Georgischen und mit einem Nachwort von Kristiane Lichtenfeld. "Mein Buch", sagte Tschiladse über seinen ersten Roman von 1973, "zeigt Medea, wie sie bis zum Eintreffen der Griechen war: ein gewöhnlicher…