Hector Berlioz

Der Komponist Louis Hector Berlioz wurde 1803 in La Cote-Saint-Andre (Departement Isere) geboren. Er studierte bei J.-F. Le Sueur und A. Reicha und war in Paris Mittelpunkt eines romantischen Kreises (V. Hugo, A. Dumas, H. de Balzac, E. Delacroix u.a.). Frühzeitig in seiner Bedeutung von N. Paganini und F. Liszt erkannt, konnte Berlioz seine wirtschaftliche Lage doch nur notdürftig durch schriftstellerische Arbeiten (Musikfeuilletons in verschiedenen Zeitungen) und eine Anstellung am Pariser Conservatoire (seit 1839 Konservator, seit 1850 Bibliothekar) sichern. Ausgedehnte Reisen nach Deutschland, Österreich, Russland und England (1842-67) brachten seinen Werken nicht nur Anerkennung, sondern auch lebhaften Widerspruch. 1856 wurde Berlioz Mitglied des Institut de France.
Ausgehend von C.W. Gluck und C.M. von Weber, besonders aber von der Sinfonik L. van Beethovens, war die größte Neuerung in Berlioz' Musik die bewusste Ausnutzung der Klangfarben der Orchesterinstrumente, sowohl in der Überdimensionierung der eingesetzten Mittel als auch in der Verfeinerung der Klangfarbenmischung. Grundlegend für die Instrumentierung blieb bis heute seine Instrumentationslehre von 1844. Anfänge einer Programmmusik, wie sie später von Liszt zum künstlerischen Prinzip erhoben wurde, sind bereits in seiner "Symphonie fantastique" zu erkennen. Das dem Werk beigefügte ausführliche Programm sollte, wie auch die programmatischen Überschriften zu den Sätzen späterer Werke, jedoch keine genaue Beschreibung der Musik wiedergeben, sondern lediglich das Verständnis seiner "dramatischen Sinfonien" erleichtern. Ein als Idee fixe bezeichnetes Erinnerungsmotiv (Leitmotiv) wurde hier erstmals von der Oper auf die Instrumentalmusik übertragen. (Brockhaus). Hector Berlioz starb 1869 in Paris.