E.M. Cioran

Emile Michel Cioran (mit rumänischem Namen Emil Mihai C.), wurde 1911 in Retinari bei Sibiu (Hermannstadt) geboren. Der spätere Philosoph und Essayist war das zweite Kind des orthodoxen Priesters und späteren Erzbischofs von Sibiu Emilian Cioran und seiner Frau Elvira Comaniciu. Schon während seiner Zeit als Schüler am Gymnasium "Gheorghe Lazwr" in Sibiu (1920-1928) wurde Cioran von anhaltender Schlaflosigkeit geplagt, die einerseits in ihm - neben einem allgemeinen Unbehagen am Dasein - die Obsession des Todes auslöste, ihn andererseits quasi ekstatische Zustände erleben ließ.
1928 nahm Cioran sein Studium der Ästhetik und Philosophie an der Universität Bukarest auf. Ciorans Lehrer waren Tudor Vianu (1898- 1964), Professor für Ästhetik und Literaturwissenschaft und eine der bedeutendsten rumänischen Persönlichkeiten auf diesem Gebiet, sowie Nae Ionescu (1890-1940), Professor für Logik und Metaphysik, der mit seiner Philosophie des Erlebens einen Großteil der Generation Ciorans beeinflusste. Mit einer Diplomarbeit über den "Intuitionismus" Bergsons beendete Cioran 1932 sein Studium.
1931-1933 nahm er intensiv am kulturellen und intellektuellen Leben in Bukarest Teil und veröffentlichte seine ersten Werke. In dieser Zeit begann auch seine Freundschaft mit Mircea Eliade. Als Humboldtstipendiat setzte er 1933-1935 seine Philosophiestudien in Berlin, Dresden und München fort.
1934 wurde Ciorans Erstlingswerk "Pe culmile disperwrii" (Auf den Gipfeln der Verzweiflung) der Preis junger rumänischer Schriftsteller verliehen. 1936 arbeitete er als Lehrer für Philosophie am Gymnasium "Andrei Uaguna" in Bratov (Kronstadt), 1937 ging er als Stipendiat des Bukarester Institut francais nach Paris, um eine Dissertation über Nietzsches Ethik zu schreiben. Zwischen 1939-1941 erfolgten weitere Studienaufenthalte in Berlin. Die geplante Dissertation nahm Cioran niemals in Angriff; dafür veröffentlichte er bis 1944 weitere fünf Bücher in rumänischer Sprache.
Als nach dem Zweiten Weltkrieg eine Rückkehr nach Rumänien für Cioran nicht mehr in Frage kommt, entschloss er sich, in Frankreich zu bleiben, wo er, nachdem 1945 sein Stipendium zu Ende ging, in sehr ärmlichen Verhältnissen lebte. Um seine Integration in die neue Umgebung zu beschleunigen, entschloss er sich, fortan in französischer Sprache zu schreiben. Bereits seinem ersten, 1949 bei Gallimard erscheinenden, französischen Werk "Precis de decomposition" (Lehre vom Zerfall), das sich entschieden gegen Aufklärung und Rationalismus wendete, wurde ein Jahr später der "Prix Rivarol" verliehen. Von nun an lehnte Cioran alle Auszeichnungen ab, die ihm zuerkannt wurden, so 1960 den "Prix combat", 1977 den "Prix Roger Nimier" und 1988 die von der Französischen Akademie angebotene höchstdotierte Auszeichnung, den "Grand Prix Morand". Seinen Werken gebühre kein Beifall, meinte Cioran. Da sie allesamt Werke der Negation seien, negiere auch er selbst jede Auszeichnung.
Von 1960 bis zu seinem Tod 1995 lebte Cioran in einer Mansardenwohnung im Quartier Latin von Paris.

E.M. Cioran: Über Deutschland. Aufsätze aus den Jahren 1931-1937

Cover: E.M. Cioran. Über Deutschland - Aufsätze aus den Jahren 1931-1937. Suhrkamp Verlag, Berlin, 2011.
Suhrkamp Verlag, Berlin 2011
Was Cioran-Leser und Rezensenten in den letzten Jahren nach Ciorans Tod und nach der Veröffentlichung fast aller Werke auf deutsch vor allem interessierte, war der braune Fleck auf der weißen Weste des…

E.M. Cioran: Notizen 1957-1972.

Cover: E.M. Cioran. Notizen 1957-1972. Karolinger Verlag, Wien, 2011.
Karolinger Verlag, Wien 2011
Herausgegeben von Simone Boue. Aus dem Französischen von Peter Weiß, Verena von der Heyden-Rynsch und Konrad Weiß. Mit Abbildungen und einem umfangreichen Personenregister. Über dreißig Notizhefte fanden…

E.M. Cioran: Über Frankreich.

Cover: E.M. Cioran. Über Frankreich. Suhrkamp Verlag, Berlin, 2010.
Suhrkamp Verlag, Berlin 2010
Aus dem Rumänischen von Ferdinand Leopold. Überraschend tauchte kürzlich im Nachlass E. M. Ciorans ein Essay auf, den er 1941 in Frankreich noch in rumänischer Sprache schrieb: Über Frankreich. "Ich glaube…

E.M. Cioran: E.M. Cioran: Werke.

Cover: E.M. Cioran. E.M. Cioran: Werke. Suhrkamp Verlag, Berlin, 2008.
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2008
Aus dem Rumänischen von Ferdinand Leopold und aus dem Französischen von Françcois Bondy, Paul Celan u. a. Mit zahlreichen Abbildungen. Die Quarto-Ausgabe enthält sämtliche Werke des großen Aphoristikers,…

E.M. Cioran: Cahiers 1957 - 1972.

Cover: E.M. Cioran. Cahiers 1957 - 1972. Suhrkamp Verlag, Berlin, 2001.
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2001
Ausgewählt und aus dem Französischen übersetzt von Verena von der Heyden-Rynsch. Lange Zeit hatte Cioran, rumänisch-französischer Aphoristiker "auf den Gipfeln der Verzweiflung", ein stets geschlossenes…